Die Zeit der endlosen Neuwahlen scheint beim ärmsten EU-Mitglied vorläufig vorbei. Doch der Erdrutschtriumph des selbsterklärten Staatserneuers Rumen Radew wird in Bulgarien völlig anders bewertet als in Brüssel, das um die Westorientierung des Landes unter dem russophilen Ex-Präsidenten fürchtet.
Das russlandfreundliche Mitte-links-Bündnis des Ex-Präsidenten Rumen Radew hat die Parlamentswahl in Bulgarien gewonnen. Radew strebt einen Dialog mit Russland an und lehnt Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Er will entsprechende EU-Beschlüsse aber nicht blockieren.
Über neun Jahre stand er an der Spitze des Staates. Nun zieht Bulgariens russophiler Ex-Präsident Rumen Radew als selbsterklärter Kämpfer gegen das Establishment mit seinem Parteibündnis am Sonntag als Favorit in die achte Parlamentswahl in fünf Jahren. Doch klare Mehrheiten zeichnen sich nicht ab.
Mit Bulgariens Ex-Außenminister Nikolai Mladenow haben die USA einen mit der Region vertrauten Diplomaten an der Spitze des neuen Gaza-Friedensrats installiert. Als UN-Vermittler in Nahost hatte er sich einst den Ruf als pragmatischer Brückenbauer verschafft. Doch fleckenfrei ist seine Weste nicht.
Der bulgarische Präsident Rumen Radew hat wenige Wochen vor der geplanten Parlamentswahl in dem EU-Mitgliedstaat seinen Rücktritt verkündet. Er werde sein Amt am Dienstag aufgeben, sagte Radew am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Rede.