Banken

Benoît Elvinger wird neuer Generaldirektor der Spuerkeess

Die Spuerkeess bekommt einen neuen Chef: Der Regierungsrat hat am Freitag Benoît Elvinger zum Generaldirektor ernannt. Er folgt zum 1. Oktober auf Françoise Thoma, die nach dem Caritas-Skandal abtritt.

Benoît Elvinger übernimmt die Leitung des staatlichen Geldinstituts in offizieller Amtseinführung

Benoît Elvinger übernimmt die Leitung des staatlichen Geldinstituts Foto: Martine May, Porträt: Spuerkeess

Die Spuerkeess (BCEE) bekommt einen neuen Generaldirektor. Der Regierungsrat hat am Freitag auf Vorschlag von Finanzminister Gilles Roth (CSV) Benoît Elvinger zum Generaldirektor ernannt. Der neue CEO tritt seinen Posten am 1. Oktober 2026 an.

Elvinger folgt auf Françoise Thoma. Zu seinem Amtsantritt wird die Bank im September eine Pressekonferenz abhalten, teilte die Spuerkeess mit. Dort soll sich der neue Generaldirektor offiziell vorstellen und seine Vision für die Zukunft der Bank darlegen.

Der Luxemburger sitzt seit 2015 im Exekutivkomitee der Banque de Luxembourg und verantwortet dort die Bereiche Handel und Finanzierung. Zudem gehört er dem Verwaltungsrat der Luxemburger Börse an. Elvinger hat einen Master der Universität Paris-Panthéon-Assas und einen MBA der Darden School of Business der University of Virginia.

Die Europäische Zentralbank musste der Personalie zustimmen, da die Spuerkeess als systemrelevant gilt. Elvinger stellte sich am 11. Mai in Frankfurt der Prüfung der EZB. Grünes Licht kam in weniger als zwei Monaten, wie Reporter.lu berichtete. Offiziell erwartet wurde die Entscheidung erst zum Ende des Sommers.

Rückzug nach dem Caritas-Skandal

Seine Vorgängerin Françoise Thoma hatte den Chefposten 2016 von Jean-Claude Finck übernommen. Nun räumt sie ihn vorzeitig. Hintergrund ist der Caritas-Skandal, bei dem rund 61 Millionen Euro verschwanden. 106 der 125 betrügerischen Überweisungen liefen über ein Konto bei der Spuerkeess. Mehr als 52 Millionen Euro flossen so auf spanische Konten ab.

Im Sommer 2025 wurde bekannt, dass die Finanzaufsicht CSSF eine Strafe von knapp fünf Millionen Euro gegen die Bank verhängt hatte. Sie beanstandete strukturelle Schwächen bei der Kontrolle von Finanztransaktionen. Die Spuerkeess wies eine Verantwortung für den Betrug zurück. Noch im Mai hatten ihre Vertreter vor der Caritas-Sonderkommission beteuert, es sei alles korrekt abgelaufen. Ihre Leute hätten keinen Fehler begangen, sagte Thoma. Künftig soll Thoma als strategische Beraterin des Verwaltungsrats tätig sein.

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