530 Millionen Euro Gewinn
Spuerkeess meldet das beste Ergebnis ihrer Geschichte
Auch im Jahr 2025 hat die Spuerkeess wieder ein überdurchschnittlich gutes Resultat einfahren können. Erwirtschaftet wurde ein historischer Rekordgewinn von 530 Millionen Euro. Das hat die Bank am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Noch nicht gesagt hat sie, wer die Bank mit ihren fast 2.000 Mitarbeitern ab 2027 führen wird.
Die Spuerkeess zählt fast 2.000 Angestellte. 50 Personen sind letztes Jahr zusätzlich eingestellt worden. Foto: Editpress/Alain Rischard
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 war erneut ein sehr gutes Jahr für die staatliche Luxemburger Bank. In praktisch allen Bereichen konnte sie zulegen. Stark gestiegen ist letztes Jahr beispielsweise die Zahl der Kunden. Unter anderem dank einer anderen Bank, die viele ihrer Kunden nicht mehr haben wollte, wurde bei der BCEE ein Zuwachs um 18.000 Personen gemessen. Insgesamt zählt die Bank damit 551.000 Kunden.
Auch spürbar zugelegt hat letztes Jahr die Zahl der Unternehmenskunden. Insgesamt zählt die Spuerkeess hier mittlerweile rund 20.000 Kundenbeziehungen, ein Plus von 1.330 neuen Kunden.
Zusammen mit der wachsenden Zahl der Kunden ist auch das Volumen der Spareinlagen, die die Bank verwaltet, spürbar gewachsen: um 3,1 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro, wie Geschäftsführerin Françoise Thoma erläuterte. Der Großteil dieser Summe, 37,6 Milliarden, kommt aus dem Privatsektor, ergänzte Finanzchefin Doris Engel. Sie ist erfreut darüber, dass die Zeit der Niedrigzinsen endlich vorbei ist. Im Jahr 2023 war das Volumen der Spareinlagen rückläufig.
Mehr neue Immobilienkredite
Gemeinsam mit dem Mehr an Kapital, das die Kunden der Bank anvertraut haben, ist auch das Volumen der Kredite, die die BCEE letztes Jahr vergeben hat, gewachsen: um 7,6 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro. „Wir konnten viele neue Darlehen generieren“, so Engel. Der Großteil des Kreditvolumens sind Immobilienkredite.
Und wie auch bei der Raiffeisen-Bank, die letzte Woche ihre Zahlen von 2025 vorgestellt hatte, hat man letztes Jahr auch bei der Spuerkeess eine Verbesserung auf dem Luxemburger Immobilienmarkt feststellen können. „Die Leute haben wieder Vertrauen beim Kaufen gezeigt“, so Romain Wehles. 5.560 neue Immobilienkredite habe man abschließen können, ein Plus von 23 Prozent. Die Erholung gelte nur für Bestandsimmobilien – im Bereich der Neubauten befinde man sich noch immer in der Krise, präzisierte er.
Zudem bemerkte er, dass das Wachstum bei den Unternehmenskrediten im vergangenen Jahr zu wünschen übriggelassen habe. Zwar habe die Zahl der Darlehen leicht zugelegt, ihr Volumen habe aber stagniert. „Die Unternehmer überlegen sehr genau, ob sie investieren sollen“, so Wehles. „Sie stellen sich seit fünf Jahren sehr viele Fragen. Es gibt weniger Vertrauen als sonst.“
Zu Beginn des Jahres 2026 haben nun auch die Unsicherheiten bei den potenziellen Kunden von Immobilienkrediten wieder zugenommen. „Das Umfeld ist heute sehr volatil“, so Wehles weiter. Diskutiert werde über mögliche Erhöhungen der Leitzinsen. Man könne das aber alles nicht richtig vorhersagen: „Wir warten ab.“ Bei den Kunden sei das auch bereits zu spüren. In den ersten Monaten des Jahres ist die Nachfrage nach Immobilienkrediten wieder „leicht abgeflacht“. Gleichzeitig fügte er hinzu, dass man nach wie vor unter den Zahlen des Jahres 2022, als die Krise begann, liege.

Die Führungsmannschaft der Spuerkeess: Romain Wehles, Aly Kohll, Camille Fohl, Françoise Thoma, Doris Engel und Olivier Wantz (v.l.n.r.) Foto: Editpress/Alain Rischard
Doch zurück zum Jahr 2025: Dass die Spuerkeess ein derart hohes Ergebnis eingefahren hat, erklärt sie unter anderem mit einer um mehr als zehn Prozent gestiegenen Zinsmarge, einem Plus von 12,5 Prozent bei den Kommissionen auf Finanztransaktionen und Dividendeneinkünften von 90 Millionen Euro. Der größte Faktor hinter der Gewinnsteigerung jedoch sei, dass man deutlich weniger neue Provisionen als im Vorjahr habe bilden müssen. 2024 waren es fast 200 Millionen Euro, die zum Abdecken möglicher Risiken beiseitegelegt wurden – im Jahr 2025 jedoch nur zusätzliche 45,4 Millionen, wie Olivier Wantz erklärte. Das sei ein insgesamt gutes Zeichen, fügte er hinzu. Die Zahl der Zahlungsausfälle sei rückläufig.
Sehr viele Bewerbungen
Von diesem guten Ergebnis profitiert der einzige Aktionär der Bank, der Luxemburger Staat. Von dem Nettogewinn von 529,5 Millionen Euro wird er stolze 210 Millionen als Dividende erhalten. Das dürfte eine erfreuliche Nachricht für den Finanzminister sein, da die Staatsfinanzen immer mehr in die roten Zahlen rutschen. Im Vorjahr, als ein Gewinn von 400 Millionen erwirtschaftet wurde, hatte er „nur“ 120 Millionen erhalten. Der Rest des Gewinnes wird das Eigenkapital der Bank weiter stärken sowie in ihre Zukunft investiert werden, so Thoma.
Keine konkreten neuen Informationen gab es derweil zu der Ankündigung von November 2025, als die Bank mitgeteilt hatte, dass Françoise Thoma bis Ende 2026 von ihrem Posten zurücktreten werde. „Ein Aufruf für Bewerbungen wurde gemacht“, so Verwaltungsratspräsident Camille Fohl. „Und das ist ein Prozess, der Zeit braucht.“ Es habe aber sehr viel Interesse und sehr viele Bewerbungen gegeben, sowohl von außerhalb als auch innerhalb der Bank. „Jetzt geben wir uns die Zeit, zu analysieren, was am besten passt.“ Eine Entscheidung werde es möglicherweise nach den Sommerferien geben. Für die Zwischenzeit hob er hervor: „Die Bank hier, die dieses Jahr ihren 170. Geburtstag feiert, funktioniert sehr gut.“