Analyse
Ausgesperrt: Wenn Banken ihre eigenen Kunden nicht mehr wollen
Der Bankensektor macht derzeit einen schleichenden, aber fundamentalen Wandel durch. Die Betreuung kleiner und mittlerer Privatkunden sowie lokaler Unternehmen wird für viele Institute immer unattraktiver. Das Beispiel der ING in Luxemburg spricht Bände. Die Bank nimmt sogar rückläufige Zahlen in Kauf – Hauptsache, sie trennt sich von dieser Klientel.
Für viele Banken lohnt sich das Geschäft mit den kleinen Kunden nicht mehr Foto: Editpress/Julien Garroy
Einst buhlten die Banken um Kunden. Sie brauchten die Spareinlagen der Menschen, um Geld zu haben, das sie anderen Kunden als Kredite weitergeben konnten. Um attraktiv für die Kunden zu sein, versuchte man ihnen möglichst entgegenzukommen, auch geografisch mit lokalen Agenturen. Doch das war früher. Die Situation hat sich verändert. Exemplarisch sichtbar wird dieser Trend am Beispiel des Rückzugs der ING Luxembourg aus dem Massenkundengeschäft.