Notlandung am Findel

Behörde meldet Cargolux-Vorfall Europäischer Agentur für Flugsicherheit

Eine Cargolux-Maschine musste am Sonntag am Luxemburger Flughafen kurz nach dem Start notlanden. Mobilitätsminister François Bausch („déi gréng“) reagierte am Mittwochnachmittag in einer Pressemitteilung auf den Vorfall.

Die Cargolux-Boeing 747-400 LX-OCV ist 23,9 Jahre alt

Die Cargolux-Boeing 747-400 LX-OCV ist 23,9 Jahre alt Foto: Guido Romaschewsky

Die Luftfahrtdirektion und die Verwaltung für technische Untersuchungen führen derzeit eine Analyse durch, verkündete das Transportministerium in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Und betont, dass diese Untersuchung „unabhängig und ohne jegliche Einmischung des Ministeriums“ durchgeführt werde und die Regierung vor ihrem Abschluss von einer Kommentierung des Vorfalls Abstand nehme. 

Die Verwaltung für technische Untersuchungen kommunizierte am späten Mittwochabend dann ebenfalls und in eigenem Namen. Die Behörde erklärte per Pressemitteilung, dass der „ernste Vorfall“ dem Hersteller, der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO, der Europäischen Kommission und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit gemeldet worden sei. 

Reaktion von Cargolux

Am Mittwoch hat auch Cargolux zum Vorfall Stellung bezogen: „Im Namen von Cargolux möchte ich allen an den Bergungsarbeiten beteiligten Unternehmen meinen Dank und meine Anerkennung für ihr schnelles Handeln, ihre Kompetenz und ihre Zusammenarbeit aussprechen“, wird in einer Pressemitteilung Richard Forson zitiert, der Präsident und CEO von Cargolux. Weiter heißt es: „Ich möchte auch den Passagieren, die zum Zeitpunkt des Vorfalls über den Flughafen Luxemburg reisten, für die Geduld danken, die sie während der Reparaturarbeiten bewiesen haben.“
Nun laufe die „umfassende, unabhängige Untersuchung“ durch die zuständige Behörde AET („Administration des enquêtes techniques“), heißt es in der Mitteilung.

Die Untersuchung des Vorfalls werde gemäß internationaler Standards durchgeführt, „ohne Schuldzuweisungen oder Haftungsfragen“ zu stellen, schreibt die Verwaltung für technische Untersuchungen. In einer ersten Phase würden Beweise und Informationen gesammelt, um die Ursachen zu ermitteln und „gegebenenfalls Sicherheitsempfehlungen zu formulieren, die darauf abzielen, zukunftsträchtige Ereignisse zu verhindern“.

Das Verkehrsministerium bezieht in seiner Mitteilung weiter Stellung zum „Fuel Dumping“ – also dem kontrollierten Ablassen des Treibstoffes, um die Frachtmaschine, die eigentlich nach Chicago O’Hare fliegen sollte, leichter zu machen und Risiken bei der Landung zu minimieren. Im luxemburgischen und belgischen Luftraum gebe es demnach Verfahren, die das Fuel Dumping regelten. Über Städten und Ballungsräumen, in Warteschleifen sowie in einer Höhe von weniger als 3.000 Fuß über anderen Flugzeugen sollte das Ablassen von Treibstoff im Notfall möglichst nicht durchgeführt werden. 

Der Cargolux-Jumbo hatte das Kerosin am vergangenen Sonntag hauptsächlich über den Ardennen in Belgien in einer Höhe von 10.000 Fuß abgelassen, also etwa 3.300 Metern. Das Ministerium erklärt, dass Kerosin laut Studien der United States Air Force ab einer Höhe von 5.000 bis 6.000 Fuß (1.500 bis 1.800 Metern) vollständig in der Atmosphäre verdunste. Demnach sei es unwahrscheinlich, dass das Luxemburger Hoheitsgebiet am Sonntag vom Kerosinablass betroffen war. 

Bei der Landung, etwa 50 Minuten nach dem Start, hatte sich am Sonntag ein Teil des rechten Hauptfahrwerks der Boeing 747 gelöst, es entstanden auch Schäden im mittleren Bereich des Rumpfes. Die Maschine konnte dennoch kontrolliert zum Stillstand gebracht werden, Personenschäden gab es keine. 

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Kriminalitätsstatistik 2025

Häusliche Gewalt, Raubüberfälle und Einbrüche nehmen zu in Luxemburg

„Wussten nichts davon“

Großherzog Guillaume, Bettel und Roth reagieren auf Fake-Foto der US-Botschaft

;