LSAP fordert 200 Euro höheren Mindestlohn

„Auch Betriebe müssen Verantwortung übernehmen“

Die sozialistische Arbeiterpartei stellt eine Woche vor Beginn der Tripartite am Dienstag ihre Vorstellungen zu Wert und Zukunft der Arbeit vor. Dabei gab sich die LSAP gewerkschaftsnah, ihre Forderung nach einer strukturellen Mindestlohnerhöhung fällt jedoch um 100 Euro geringer aus als die von OGBL und LCGB.

Claude Haagen, Georges Engel und Yolande Koster-Kaiser in der Urban Bar Esch-Belval am Dienstagvormittag

Claude Haagen, Georges Engel und Yolande Koster-Kaiser am Dienstagvormittag in der Urban Bar in Esch-Belval Foto: Editpress/Alain Rischard

Zusätzlich zu den „konjunkturellen“, die nur die Symptome lindern, fordert die größte Oppositionspartei LSAP von der CSV-DP-Regierung strukturelle Maßnahmen, um die Ursachen von Armut zu bekämpfen und den in Luxemburg überdurchschnittlich hohen Anteil der Menschen, die trotz Arbeit armutsgefährdet sind („Working Poor“), zu senken: Den Mindestlohn „in zwei Etappen“ um jeweils 100 Euro erhöhen; ihn jährlich an die allgemeine Lohnentwicklung anpassen, statt wie bisher alle zwei Jahre (die LSAP hat dazu einen Gesetzesvorschlag im Parlament eingereicht); die Tarifbindung auf 80 Prozent erhöhen, wie es die EU-Mindestlohnrichtlinie vorsieht, und die Plattformarbeit regulieren, wie es eine andere Richtlinie fordert. Diese Forderungen stellten der frühere Arbeitsminister und amtierende LSAP-Co-Parteipräsident Georges Engel, der frühere Landwirtschafts- und Sozialminister und derzeitige Abgeordnete Claude Haagen sowie die Vorsitzende der „Stater“ LSAP-Sektion und freiberufliche Grafikerin Yolande Koster-Kaiser am Dienstagvormittag auf einer Pressekonferenz vor, die eigentlich unter den Hochöfen in Esch-Belval im Freien hätte abgehalten werden sollen, wegen des schlechten Wetters aber in die Urban Bar verlegt wurde, die dem „Stater“ LSAP-Gemeinderat Gabriel Boisante (und seinen beiden Partnern) gehört. Boisante hatte vor vier Wochen RTL erzählt, um die von CSV und DP beschlossene Anpassung des Mindestlohns an die Lohnentwicklung und die Inflation auszugleichen, müsse seine Unternehmensgruppe mit zehn Restaurants und Brasserien und rund 280 Mitarbeitern „20.000 bis 30.000 Cocktails“ mehr als bisher verkaufen. Zusätzlich zur Mindestlohnerhöhung forderte der sozialistische Mittelständler „eng sozial Steierreform a Mesurë fir abordabele Wunnraum“.

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