Kritik an Bildungsministerium
„Andere wären an dieser Affäre zerbrochen“: Eine wütende Mail einer Lehrkraft und deren Folgen
Eine voreilig verschickte Mail stürzte Kim in die Krise: Wegen Kritik an Bildungsminister Claude Meisch musste der Lehrer monatelang ohne Gehalt auskommen und wurde der Schule verwiesen.
Kim zählte die Tage bis zum Urteil gegen das Bildungsministerium Foto: Pexels
Kim* ist erschöpft. Die letzten Jahre liegen dem Grundschullehrer und ehemaligen Gewerkschaftler noch schwer im Magen. Sein Leidensweg begann mit einer Mail, gesendet im Juli 2020, mitten in der Corona-Pandemie. „Die Monate vor den Sommerferien waren für alle eine mentale und administrative Herausforderung“, erinnert er sich. „Ich war damals Schulpräsident und Lehrkraft zugleich. Neben dem Unterricht musste ich also auch die Maßnahmen des Bildungsministeriums umsetzen und die Klassenaufteilungen koordinieren.“ Kurz vor den Sommerferien lobte Bildungsminister Claude Meisch (DP) den Einsatz des Lehrpersonals in einer Pressekonferenz. Der Anerkennung schob er jedoch einen für Kim zweideutigen Satz hinterher. „Er meinte sinngemäß: ‚Dieses Jahr hat das Personal die Sommerferien verdient‘“, zitiert er ihn. Eine Aussage, die ihm sauer aufstieß. „Als sei unser Urlaub sonst nicht gerechtfertigt!“