Versorgungsengpässe
Abnehmen auf Kosten von Diabetikern: Das schmutzige Geschäft um die „Wunderspritze“ Ozempic
Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Abnehmen ohne nervige Diäten oder ein rigoroses Fitnessprogramm. Ozempic macht es möglich – allerdings nicht ohne Folgen für Typ-2-Diabetiker, für die das Medikament eigentlich gedacht ist. Der Missbrauch der „Wunderspritze“ führt europaweit zu Problemen.
Ozempic – eigentlich für Menschen mit Typ-2-Diabetes gedacht und nicht zum Abnehmen Foto: AFP/Joel Saget
Diabetiker, die ohnehin schon von ihrer Krankheit gebeutelt sind, durchleben derzeit schwierige Zeiten – nicht nur in Luxemburg. Seit Ende 2022 herrscht nämlich europaweit ein Engpass des Diabetesmedikaments Ozempic, wie das Gesundheitsministerium dem Tageblatt bestätigte. Die angespannte Versorgungslage sei auf die gestiegene Nachfrage des Arzneimittels der therapeutischen Klasse (injizierbare Agonisten der Peptid-Glukagon-Rezeptoren vom Typ GLP 1) zurückzuführen und die Hersteller hätten große Probleme, ihre Produktionskapazitäten zu erhöhen. Die Nachfrage sei jedoch nicht nur wegen der zunehmenden Verwendung bei Typ-2-Diabetes derart gestiegen, sondern auch wegen des vermehrten Missbrauchs des Arzneimittels.