Entwicklungshilfe aus Luxemburg
ADA will das Leben von 1,5 Millionen Menschen verbessern
Mit Unterstützung der Luxemburger Entwicklungshilfe will die ADA bis 2030 das Leben von 1,5 Millionen Menschen im Globalen Süden verbessern. Das geht aus der neuen Strategie für die Jahre 2026 bis 2030 hervor, die die Organisation am Montag vorgestellt hat.
Im Auditorium der Banque de Luxemburg stellte die ADA am Montag ihre Strategie bis 2030 vor Foto: Editpress/Julien Garroy
„Im Gegensatz zu all den negativen Nachrichten, die einen täglich erreichen, hat ADA etwas Positives zu berichten“, so Laura Foschi am Montagmorgen vor etwa 150 Zuhörern. „Nämlich über das, was unser Handeln vor Ort bewirkt und über die neue Strategie der NGO für die Jahre 2026 bis 2023.“
Die drei Buchstaben „ADA“ stehen für „Appui au développement autonome“, frei übersetzt: Hilfe zur Selbsthilfe. Und der Name ist Programm. Die 1994 von einer Handvoll Leute in Luxemburg gegründete Organisation hat Jahre des Wachstums hinter sich, und auch weiter große Pläne für die Zukunft.
ADA ist in etwa 50 Ländern weltweit aktiv, von Armenien und Bangladesch, über Bolivien, und Äthiopien bis hin zu Indien, Laos, Myanmar, Tadschikistan und Sambia. In diesen Ländern unterstützt sie lokale Organisationen, die versuchen gegen die schlimmste Armut vorzugehen. „Wir helfen dabei, nachhaltige Lösungen zu erstellen.“
Das Ziel, das man sich nun gesetzt hat, ist es in den Jahren bis 2030 insgesamt 1,5 Millionen Menschen mit „Lösungen“ zu erreichen, die man in Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen vor Ort entwickelt hat. „Das ist von Fall zu Fall und von Land zu Land anders“, so Foschi. Mal ist es ein Mikrokredit für einen angehenden Unternehmer, der keinen Zugang zum traditionellen Bankensystem hat. Mal ist es die Erstellung eines Sparbuchs, damit Familien gegen Notfälle gewappnet sein können. Mal eine Krankenversicherung, mal eine Finanzierung zum Installieren von Solarpanels, mal Projekte zur Nahrungssicherheit oder zur Wasserversorgung. „Wir helfen, lokale Ökosysteme aufzubauen.“
Laura Foschi, Direktorin der ADA Foto: Editpress/Julien Garroy
„Das ändert das Leben der Begünstigten, sowohl wirtschaftlich als auch sozial“, so Foschi. „Wir geben den Partnerorganisationen Werkzeuge, um das Ziel der nachhaltigen Armutsbekämpfung zu erreichen. Wir stärken bestehende Initiativen.“ Dafür gibt man den Partnern technische und finanzielle Hilfen, stellt ihnen Berater zur Verfügung, bezahlt Weiterbildungen und stellt Kontakte für sie her.
Laura Foschi ist überzeugt, dass das Ziel von 1,5 Millionen Menschen erreichbar ist. In den letzten vier Jahren hatte man mit den, gemeinsam von ADA mit den Partnern entwickelten Produkten bereits 900.000 Menschen erreicht, hebt sie hervor. Genutzt werden von der Organisation auch Fachwissen und Kontakte mit dem Luxemburger Finanzplatz. Etwa 45 Experten und weitere 15 Mitarbeiter in den Ländern vor Ort beschäftigt ADA zum Erreichen der gesetzten Ziele.
Wenn wir ein Prozent des Staatshaushalts in die Entwicklungshilfe geben, bleiben immer noch 99 Prozent im Land
Xavier Bettel
Finanziert wird die Organisation etwa zur Hälfte über die Luxemburger Entwicklungshilfe. Für die Jahre 2026 bis 2030 sind das fast 50 Millionen Euro. Die andere Hälfte der Finanzierungen kommt von der Deutschen, der Schweizer, und der Liechtensteiner Entwicklungshilfe, sowie von unterschiedlichen Projektunterstützern.
„Wir versuchen das Geld bestmöglich einzusetzen“, so Georges Ternes, Direktor vom Luxemburger Entwicklungshilfe-Ministerium. Und der Bereich der inklusiven Finanzen (früher Mikrofinanz) sei einer der Wege, wo nachgewiesen ist, dass er funktioniert, wenn es um die Bekämpfung der extremen Armut geht.
Xavier Bettel, Minister für Entwicklungshilfe Foto: Editpress/Julien Garroy
Auch der zuständige Minister Xavier Bettel betonte die Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern. Er rief in Erinnerung, was in Luxemburg als selbstverständlich gilt: Sparkonten, Versicherungen, Darlehen, in vielen Teilen der Welt jedoch keineswegs zugänglich ist.
Am Beispiel eines Kleinkredits für Saatgut verdeutlichte er, wie bescheidene finanzielle Mittel Perspektiven und Hoffnung schaffen können. Ohne finanzielle Reserven könne eine Krankheit existenzbedrohend werden. Inklusive Finanzen seien daher mehr als nur Finanzen, so der Minister weiter.
Auch in Zeiten, wo Staatsfinanzen unter Druck stehen, „ist das Helfen wichtiger denn je“, erklärt er. „Wenn wir ein Prozent des Staatshaushalts in die Entwicklungshilfe geben, bleiben immer noch 99 Prozent im Land. (…) Wir helfen, um Menschen ein besseres Leben zu geben. Da bin ich stolz darauf.“