JD Vance, Tech-Bros und die „Dunkle Aufklärung“
Der König von Amerika
Klingt nach Verschwörungstheorie: Eine Allianz aus Tech-Milliardären, antidemokratischen Internet-Philosophen und ultrareligiösen Christen ist dabei, eine US-amerikanische Monarchie vorzubereiten. In deren Zentrum könnte stehen: Vize-Präsident JD Vance.
Auf ihn setzen viele reaktionäre Vordenker ihre Hoffnungen: der aktuelle US-Vize-Präsident JD Vance Illustration: Editpress/Kim Kieffer
Luc Frieden ist nicht der Einzige, der gerne von Regierungschefs als CEOs spricht. Im Silicon Valley hat man diese Idee ins Extrem getrieben. Für Curtis Yarvin sind Unternehmen die besseren Staaten. Effektiv, effizient und streng hierarchisch organisiert, mit einem CEO an der Spitze, der bestimmt, wo es langgeht. Yarvin ist ein rechtslibertärer Blogger und wenn er nach einer Begründung für seine These gefragt wird, dann erklärt er das oft mit diesem Beispiel, so auch Anfang 2025 im Interview mit der New York Times: „Stellen Sie sich vor, Ihr MacBook Pro würde nicht von Apple hergestellt werden, sondern vom kalifornischen Ministerium für Informatik.“ Für Yarvin bedeutet das: Dictators do it better. Deshalb hat die Demokratie ausgedient – zu schwach, zu langsam, zu rücksichtsvoll. Und mit ihr gleich der ganze Glaube an Gleichheit und Freiheit. Monarchie, das ist und war die beste Staatsform. Die USA braucht keinen Präsidenten, sondern einen „CEO-Diktator“.