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Wie ist fairer Handel mit und in autoritär regierten Ländern möglich?

In einer Zeit, in der viele Staaten zunehmend autokratisch regiert werden, dürfte es immer schwieriger werden, Menschen- und Arbeitsrechte, sowie Klima- und Umweltschutz durchzusetzen. Doch der faire Handel hat so seine Erfahrung mit autoritären Herrschern.

Autoritäres Schritthalten statt Demokratie und Menschenrechte, hier in Peru

Autoritäres Schritthalten statt Demokratie und Menschenrechte, hier in Peru Foto: AFP

„Hinter jedem Produkt stehen Frauen und Männer, die in der Lage sein müssen, in Würde von ihrer Arbeit zu leben, ihre Grundrechte durchzusetzen und ihre Umwelt zu schützen.“ Die Worte von Jean-Louis Zeien, dem Präsidenten von Fairtrade Lëtzebuerg, drücken die Prinzipien des fairen Handels aus. Doch wie steht es mit der Verwirklichung dieser Grundsätze in einer Zeit, in der sowohl der freie als auch der faire Handel von einer wachsenden Zahl autokratischer Herrscher und autoritärer Regime bedroht sind?

Nehmen wir als Beispiel die Banane, den „Klassiker“ der Fairtrade-Produkte: Unter den zehn größten Produktionsländern der Welt ist ein Großteil autoritär regiert, so etwa das bedeutendste Exportland Ecuador. Bei den Kakaoproduzenten, etwa der Elfenbeinküste, sieht es nicht besser aus. Auch der Einparteienstaat Vietnam, nach Brasilien zweitgrößter Kaffeeexporteur, ist weit davon entfernt, eine Demokratie zu sein. Und in Brasilien droht bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober Flavio Bolsonaro, der Sohn von Tropen-Trump Jair Bolsonaro, Staatsoberhaupt zu werden. Darüber hinaus bewegen sich die meisten lateinamerikanischen Staaten immer weiter nach rechts. Damit verbunden sind nicht nur die Missachtung von Menschen- und Umweltrechten, sondern eine zunehmende Deregulierung der Wirtschaft, was heißt: Abbau von Gesetzen, Vorschriften und Kontrollen für Konzerne.

Das alles sind keine guten Voraussetzungen für einen fairen Handel. Andererseits sei darauf verwiesen: Seit es die Fairtrade-Bewegung gibt, muss sie sich mit derart schwierigen Bedingungen auseinandersetzen. Mehr als tröstlich klingt die Nachricht, dass in den demokratischen Staaten das Bewusstsein der Menschen, in diesem Fall Konsumenten, sich mehr und mehr durchgesetzt hat: Ohne fairen Handel ist eine gerechte Welt nicht möglich. Das macht unter all den erschwerten Bedingungen, denen die Demokratie und Menschenrechte, Klima- und Umweltschutz heute ausgesetzt sind, immerhin ein Stück weit Hoffnung.

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