Kommentar
Widerstand und Einheit – Die Massenproteste in der Türkei als Vorbild
Dilek Kaya Imamoglu, die Frau des inhaftierten Bürgermeisters, bei einer Kundgebung der CHP am 29. März Foto: Kemal Aslan/AFP
Tausende und Abertausende von Menschen haben sich in den vergangenen Wochen jeden Abend vor dem Istanbuler Rathaus versammelt. Sie protestieren gegen die Inhaftierung und Absetzung von Bürgermeister Ekrem Imamoglu. Ihre Wut und Empörung sind groß, doch ihr Protest hat bislang nichts geändert: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will seinen mit Abstand größten Widersacher, der bei den Präsidentschaftswahlen 2028 gegen ihn antreten will und seinen Plänen für eine weitere Amtszeit im Weg steht, kaltstellen. Damit regierungstreue Richter und Staatsanwälte Imamoglu wegsperren konnten, musste der Staatschef zu absurden Vorwürfen greifen. Ihm werden Korruption und Terrorunterstützung vorgeworfen.