Editorial
Weltstadt Differdingen, Provinzkaff Barcelona: Die wahnsinnige Entwicklung der Immobilienpreise
Die Mieten im Land steigen mit dramatischer Geschwindigkeit Foto: Editpress-Archiv/Isabella Finzi
Die wohl maßlos überschätzte Sagrada Familia im katalanischen Provinznest Barcelona kann kaum mit der Fousbanner Pfarrkirche mithalten, die Münchner Allianz Arena ist im Vergleich zum gepflegten Rasen des FC Minière Lasauvage ein besserer Kartoffelacker und die Blumenuhr im Differdinger Park hat sicher größeres touristisches Potenzial als Atomium und Manneken Pis zusammengenommen. Anders ist der jüngste Bericht des Beratungsunternehmens Deloitte nicht zu erklären. Der „Property Index 2020“ des Unternehmens vergleicht Wohnungspreise in 66 europäischen Städten und kommt zum doch auf den ersten Blick erstaunlichen Ergebnis, dass Differdingen auf Platz 9 der teuersten europäischen Immobilienpflaster vorgestoßen ist und mit einer festgestellten durchschnittlichen Miete von 20 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche locker Barcelona (19,3 Euro), München (16,4 Euro) und problemlos Brüssel (11,8 Euro) als Ort für die Reichen und Schönen abhängen kann.