Kommentar
Wahlen in Uruguay: Lichtblick und Hoffnungsschimmer
Yamandú Orsi vom linken Frente Amplio hat die Stichwahl der Präsidentschaftswahl gewonnen. Im März wird er sein Amt antreten und löst Luis Lacalle-Pou ab. Vizepräsidentin wird die bisherige Bürgermeisterin von Montevideo, Carolina Cosse. Foto: Dante Fernandez/AFP
Aus Südamerika war in jüngster Zeit politisch nicht viel Gutes zu vermelden. Während in Argentinien der „anarchokapitalistische“ Kettensägenmann Javier Milei einen nicht nur kultur- und sozialpolitischen Kahlschlag betreibt, hat es Brasiliens Präsident Luiz Inácio „Lula“ da Silva aufgrund ungünstiger Mehrheitsverhältnisse im Nationalkongress von Brasilia schwer, seine Ziele in der Armutsbekämpfung umzusetzen und einen dezidiert linken Kurs zu fahren. Außenpolitisch irrlichtert er mit unsinnigen Vergleichen zum Nahostkonflikt, auf wirtschaftspolitischer Ebene macht er Geschäfte mit Russland und sucht, erst recht nach Trumps Wahlsieg in den USA, verstärkt die Nähe zu China. Der chinesische Präsident Xi Jinping reiste nach dem G20-Gipfel in Rio de Janeiro zum bilateralen Treffen nach Brasilia. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder soll weiter vertieft werden.