Kommentar
Viktor Orban ist Putins Mann in der EU
Viktor Orban kommt Putin bereitwillig entgegen Foto: Attila Kisbenedek/AFP
Am Dienstag kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Europäischen Parlament an, dass die Kommission erstmals den sogenannten Rechtsstaatsmechanismus gegen Ungarn einsetzen werde. Dieses Instrument erlaubt es, einem Mitgliedstaat keine EU-Gelder mehr zukommen zu lassen, wenn er gegen EU-Grundwerte und -prinzipien verstößt und damit den Haushalt der Union gefährdet. Das ist in Ungarn der Fall. Korruption sei das Problem, so von der Leyen. Die Regierung von Viktor Orban hat offenbar bereits so manche Freunde und Familienmitglieder mit aus Brüssel überwiesenen Milliarden Euro reich gemacht. Gestern nun kam die erste Retourkutsche: Wohl auch durch den unerwartet deutlichen Sieg bei den Parlamentswahlen am Sonntag bestärkt, kündigte Orban an, sein Veto gegen einen Importstopp von russischem Öl und Gas in der EU einlegen zu wollen. Zwar schrecken auch andere EU-Staaten, allen voran Deutschland und Österreich, wegen zu hoher Abhängigkeit noch vor einem solchen Schritt zurück. Doch bemühen sie sich um Alternativen, damit sie beim anvisierten Embargo möglichst zeitnah mitmachen können.