Editorial
Ungleiches Abhängigkeitsverhältnis: Über die Beziehungen der Grenzgemeinden zu Luxemburg
Foto: Editpress-Archiv/Alain Rischard
„Wenn Luxemburg niest, bekommt Arlon die Grippe.“ Besser als der Arloner Bürgermeister Vincent Magnus im Tageblatt-Interview kann man das Abhängigkeitsverhältnis in der Großregion nicht beschreiben. Das Interview ist der Auftakt einer Serie, wie unsere unmittelbaren Nachbarn die Nähe zu Luxemburg erleben. Magnus’ Aussage zeigt, wie sehr die einzelnen Regionen miteinander verbunden sind. Luxemburg ist auf die Arbeitskraft der Grenzgänger angewiesen, diese wiederum auf die attraktiveren Arbeitsplätze im Großherzogtum. Aufgrund dieser Tatsache ist es für Grenzgemeinden allerdings schwierig, selbst wirtschaftliche Aktivität zu haben. Wer will noch in Arlon, Villerupt oder Perl arbeiten, wenn er oder sie ein paar Kilometer weiter ein wesentlich höheres Gehalt beziehen kann? Hinzu kommen die Auswirkungen auf die Wohnungspreise, die in der Grenzregion rasant ansteigen. Die Herausforderungen der einzelnen Grenzgemeinden ähneln sich, dennoch ist ihre Situation und ihre Sicht auf die Nähe zu Luxemburg unterschiedlich.