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Weiler-zum-Heulen

Weiler-zum-Heulen

Als ich das erste Mal im letzten Jahrhundert durch Syren fuhr, war mein Staunen groß. Die Ortschaft hatte einen einmaligen Charme.

Heutzutage ist Syren für viele Bewohner die Hölle (gut, es fallen keine Bomben) und für Tausende Pendler aus dem Dreiländereck einfach nur eine lästige Dauerbaustelle, wo man halt nur durch will.

Seit Jahren geht die Lebensqualität, im wahrsten Sinne des Wortes, den Bach runter. Drei Jahre lang schon leiden viele Bewohner unter einer lästigen doppelten Baustelle. Weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Überschwemmungen im Ortskern kam, soll die Urgewalt von drei kleinen Bächlein endgültig gebändigt werden. Über die Umbauten gibt es geteilte Meinungen. Sicher ist, dass es horrend teuer werden wird.

Diese Baustellen sind noch nicht abgeschlossen und schon gibt es neues Ungemach. Die kurze Strecke nach Alzingen und Hesperingen ist bis zum Sankt-Nimmerleinstag für Autos und Busse gesperrt. Wie aus heiterem Himmel erfuhr man aus einer Zeitung, dass aus der Straße nach Alzingen eine „Fahrradstraße“ werden soll. Selbstverständlich ohne dass die betroffenen Einwohner je nach ihrer Meinung gefragt worden wären.

Wenn ich das Projekt richtig verstanden habe (es gab eine Fotomontage in der Zeitung), werden nach Abschluss der Arbeiten, die Radfahrer die Priorität vor dem studierenden und arbeitenden Volk haben. Der Bus, der die Schüler zur Schule und die Arbeitnehmer zur Arbeit fährt, wird dann wohl die fünf Kilometer nach Alzingen und zurück mit 30 km/h oder eher weniger hinter frohlockenden Freizeitradfahrern tuckern müssen. Frau Goldschmit von Pro-Velo meinte dazu, die Straße sollte halt ganz für den Autoverkehr gesperrt werden. Nun ja, weder diese Frau noch der Bürgermeister der Gemeinde Weiler-zum-Heulen wohnen im Dorf. Denen kann es schnuppe sein, wenn die Einwohner Syrens die lästigen Umwege über Contern oder Hassel fahren müssen, um nach Alzingen oder Hesperingen zu gelangen.

Ich bin nun wirklich kein Autonarr und fahre selbst liebend gern Fahrrad. Allerdings vorwiegend auf Radwegen, die diesen Namen auch verdienen. Viele Syrener fühlen sich „vor den Kopf gestoßen“, um es mal so und nicht auf die volkstümliche Art zu formulieren.

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