Editorial
Trumps Plan kann nur der Anfang für Frieden in Nahost sein
Nachdem die israelische Armee mit ihrem Rückzug begonnen hat, ziehen die Menschen auf der Al-Rashid-Straße nach Gaza-Stadt zurück Foto: AFP/Bashar Taleb
Die Konfliktparteien im Nahen Osten sind auf dem Weg zu einer Waffenruhe. Die Chancen stehen demnach gut, dass der seit rund zwei Jahren wütende Krieg im Gazastreifen endet. Doch damit wird längst noch kein Frieden in die Region einziehen. Das ist auch nicht das Hauptanliegen von Donald Trumps 20-Punkte-Plan, den der US-Präsident im September vorgelegt hat und dessen erste Phase nun umgesetzt wird. Wobei übrigens Trump manches dabei in die Hände gespielt hat. Denn wer sonst, wenn nicht die USA, hätte den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu dazu bringen können, in die Waffenruhe einzuwilligen. Und das nicht nur, nachdem Gaza mittlerweile quasi völlig zerstört ist und die Terrorbande Hamas kaum noch in der Lage sein dürfte, Israel Schaden zuzufügen, sondern auch, weil die USA erheblich zu diesem Resultat beigetragen und, mit dem Einverständnis von Trump, sich sogar militärisch an Netanjahus Rundumschlag gegen den Iran und dessen Atomanlagen beteiligt haben. Angesichts der unerschütterlichen Unterstützung Washingtons, selbst nach dem Angriff auf den wichtigen US-Verbündeten Katar, konnte Netanjahu nicht anders, als dem Drängen Trumps, seinen Plan zu akzeptieren, nachzukommen.