Kommentar

Thronwechsel-Geld oder Radwegsperrung: Was bringt die Luxemburger mehr auf die Palme?

Die Überquerung der „Rout Bréck“ ist für Fahrradfahrer derzeit kein Leichtes

Die Überquerung der „Rout Bréck“ ist für Fahrradfahrer derzeit kein Leichtes Foto: Editpress/Julien Garroy

Ganz Luxemburg ist aus dem Häuschen: Das royale Ereignis des Jahres steht bevor. Das Land bekommt einen neuen Großherzog, und dafür greift man tief in die Tasche. Düdelingen etwa blättert rund 500.000 Euro für die Feierlichkeiten hin. Die Stadt Luxemburg hält sich bisher jedoch bedeckt. Bürgermeisterin Lydie Polfer wolle den Steuerzahlern erst nach dem Thronwechsel in aller Transparenz darlegen, wie viel sie für den Amtsantritt ihres neuen Staatsoberhauptes blechen müssen. In einem Interview mit Radio 100,7 ließ sie jedoch bereits durchblicken, dass es teuer werden dürfte: „Wann ee bedenkt, datt d’Stad Lëtzebuerg méi wéi sechsmol méi grouss ass ... da maacht mol sechs.“

Doch nicht die horrenden Kosten des royalen Spektakels, sondern ein Geh- und Radweg trieb die Menschen schließlich auf die Straße. Die Radfahrervereinigung ProVelo rief am Mittwochmorgen um 8 Uhr – mitten im Berufsverkehr – zu einer „symbolischen Aktion“ auf der Roten Brücke auf. Damit wollte sie auf die „Gefährdung“ von Radfahrern aufmerksam machen, die durch die temporäre Sperrung des Radwegs über den „Pont Grande-Duchesse Charlotte“ entstanden sei. Für eine Woche, vom 27. September bis 4. Oktober, müssen Radfahrer dort absteigen und die Brücke zu Fuß über einen stark verengten Gehweg überqueren.

Die aufgestellten Scheinwerfer und Absperrgitter nehmen so viel Platz ein, dass kaum zwei Radschieber aneinander vorbeikommen: Immer wieder drohen sich die Pedale zweier entgegenkommender Radfahrer zu verkeilen und man muss zudem aufpassen, um nicht über die Füße von Absperrungen zu stolpern.

Zugegeben: Die Situation ist alles andere als optimal. Aber sie ist zeitlich begrenzt und ließe sich mit etwas Geduld und Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer – nicht nur der Radfahrer – ohne Weiteres überstehen. Sollten wir uns nicht vielmehr über die millionenschweren Feierlichkeiten zum Thronwechsel aufregen – gerade in diesen Zeiten – oder gar über die Monarchie selbst?

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