Editorial

Spitzensport und Safeguarding – noch immer nicht selbstverständlich

Sie ist eine der erfolgreichsten Eistänzerinnen der Geschichte und wäre an ihrem Sport fast zerbrochen. Der Fall Gabriella Papadakis zeigt, wie wichtig ein schlüssiges Safeguarding-Konzept im Sport ist.

Gabriella Papadakis zeigt enttäuschten Blick gegenüber Eistanz-Partner Guillaume Cizeron bei öffentlichem Auftritt

Gabriella Papadakis lässt an ihrem ehemaligen Eistanz-Partner Guillaume Cizeron kaum ein gutes Haar Foto: AFP/Pascal Guyot

Sie waren eines der erfolgreichsten Paare in der Geschichte des Eistanzes, holten jeweils fünf Europa- und fünf Weltmeistertitel sowie Gold bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking. Doch während Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron auf dem Eis eine unwiderstehliche Chemie ausstrahlten und nah an die Perfektion herankamen, schien es abseits der großen Bühne ganz anders abgelaufen zu sein. 2024 gab das Duo das offizielle Ende seiner Wettkampfkarriere bekannt, doch bereits zuvor sprach die heute 30-Jährige von mentalen Problemen, Selbstzweifeln und systematischer Gewalt sowie einem toxischen Klima in ihrem Sport. „Wir erlauben, akzeptieren und normalisieren nach wie vor viel Gewalt. Und wir denken, dass die Ergebnisse sie einfach auslöschen, annullieren oder alles vergeben würden“, erklärte sie bereits im Frühling 2024 bei France Info.

Ende der Woche erscheint nun ihre Autobiografie „Pour ne pas disparaître“ und erste Auszüge lassen nur erahnen, was die ehemalige Spitzenathletin hinter der glitzernden Fassade des Eiskunstlaufs alles durchgemacht haben muss. Zwei Vergewaltigungen in ihrer Jugend – eine durch einen Trainer, der laut französischen Medienberichten noch aktiv sein soll – oder einen Schwangerschaftsabbruch, als sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere befand und dessen Umstände sie als äußerst traumatisierend bezeichnet.

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