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Sonntagsöffnungszeiten in Luxemburg: Eine Frage der Gerechtigkeit
Wer hat noch nie abends das Auto getankt und nebenbei schnell Lebensmittel, eine Zeitung oder Zigaretten an der Tankstelle gekauft? Und wer möchte nicht die Möglichkeit nutzen, sonntags mal frische Brötchen vom Bäcker zu holen oder einen entspannten Kinoabend zu genießen? Seit Jahrzehnten ist es in Luxemburg gängig, sonntags einzukaufen, Treibstoff zu besorgen oder kulturelle Angebote zu nutzen. Viele Shoppingmalls haben jeden Sonntag geöffnet, und zahlreiche Bäckereien bieten ihren Kundinnen und Kunden an diesem Tag vormittags frische Leckereien an. Im Sommer erfreuen sich auch Eisdielen an diesem speziellen Tag hoher Popularität und starken Zulaufs.
Archivfoto: Sebastian Kahnert/dpa
Doch trotz dieser Alltäglichkeit bleibt eine Frage offen: Warum dürfen nicht alle Geschäfte im Land sonntags ihre Türen öffnen können? Gemeinden oder Geschäftsverbände müssen heutzutage eine Genehmigung beim Ministerium beantragen, wenn sie sonntags öffnen wollen. Dieses führt oft dazu, dass Anträge rein vorsorglich gestellt werden – selbst wenn zahlreiche Läden am Ende doch beschließen, nicht zu öffnen. Dieses System ist nicht nur schwer planbar und unökonomisch, sondern führt auch zu ungewollten Ungerechtigkeiten und unnötiger Bürokratie.