Editorial
Scholz-Telefonat mit Putin ist Ausdruck von Hilflosigkeit
Das von der Bundesregierung veröffentlichte Bild zeigt Bundeskanzler Olaf Scholz (r., SPD) in seinem Büro im Bundeskanzleramt bei einem Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Neben ihm sitzen Jens Plötner (l.), außen- und sicherheitspolitischer Berater des Bundeskanzlers und Steffen Hebestreit, Regierungssprecher. Foto: Kugler, Steffen/Bundesregierung/dpa
Offensichtlich vermochte keiner der europäischen Staats- und Regierungschefs, die von Berlin vor dem Telefongespräch zwischen Olaf Scholz und dem russischen Machthaber Wladimir Putin informiert wurden, den deutschen Kanzler von seinem Vorhaben abzubringen. Sofern es einer von ihnen versucht haben sollte. In seiner Selbstüberschätzung mag Scholz noch davon überzeugt sein, die Bundestagswahlen für seine Partei im Februar zu gewinnen. Mit diesem Problem müssen sich die deutschen Sozialdemokraten herumschlagen. Wenn Scholz aber glaubt, er könne Putin, der seit Monaten und Jahren Hunderttausende seiner Soldaten in den sicheren Tod schickt, um Respekt für Russland einzufordern, zu Verhandlungen bewegen, dann zeugt das von einer Realitätsferne, die sich Europa derzeit nicht leisten kann.