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Papst Leo und die Mullahs: eine Romanze?

Papst Leo und die Mullahs: eine Romanze?

Für Johannes Paul II war es seinerzeit ein Leichtes, die Verwerfungen des real existierenden Kommunismus zur Zeit des Kalten Krieges zu geißeln. Für gläubige Christen ist der Kommunismus bekanntlich Bestandteil der Achse des Bösen, obwohl sich in Marx’ Lehre viele Ideologeme finden, die mit dem Jesus der Evangelien übereinstimmen, vor allem das Eintreten für die Schwächsten.

In seiner vom christologischen Liebeskonzept schwangeren Rede in Algerien, der Heimat Augustinus, fiel es dem aktuellen Petrus-Nachfolger aber schwer, das iranische Mullah-Regime zu kritisieren. Warum nur? Kritik am Tölpel Trump ist so angebracht wie wohlfeil. Warum aber bringt das Katholiken-Oberhaupt parallel dazu kein Wort der Kritik an einem Regime zustande, das binnen Tagen Zehntausende von Demonstranten erschießen und jährlich Hunderte von Gefangenen erhängen lässt? Hat Leo sich etwa verliebt in die persische Theokratie? Liebäugelt er mit einer Diskursgemeinschaft auf der gemeinsamen Suche nach der Wahrheit Gottes im Verbund mit anderen geistlichen Herrschern, und seien sie realiter auch noch so brutal?

Wäre ich Katholik, würde ich mir eine Liebesbotschaft für das iranische Volk und zumindest eine Ermahnung an die Mullahs wünschen. So aber wird aus Leo, dem Mathematiker schnell ein berechnender Duckmäuser vor Terrorregimen.

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