Editorial
No ref, no game: Der Schiedsrichtermangel im nationalen Sport wird deutlich
Ohne sie geht im Sport nicht viel: die Unparteiischen Foto: Anouk Flesch
Es war eine Szene, die schon etwas kurios wirkte. Nach dem Ende der Halbfinalbegegnung im Damenbasketball zwischen Walferdingen und Steinsel war der Abend am Samstag für das Schiedsrichtertrio noch längst nicht gelaufen. Die Unparteiischen hatten kaum Zeit, mit dem Spiel abzuschließen, begaben sich stattdessen rasch ins Auto und trudelten kurze Zeit später in Steinsel ein, wo sie kurz darauf ebenfalls die Halbfinalbegegnung bei den Herren zwischen der lokalen Amicale und Ettelbrück leiteten. Gleiches galt für das Schiedsrichtergespann in Düdelingen, das den Vorteil hatte, dass das Semifinale sowohl bei den Damen zwischen dem T71 und Contern als auch bei den Herren zwischen Düdelingen und Esch am gleichen Abend im Centre Hartmann stattfand. Doch auch dieses Trio war zuerst bei den Frauen und wenig später bei den Herren gefordert. Gerade einmal sechs Schiedsrichter für vier der wichtigsten Spiele der gesamten Saison, eine wahre Mammutaufgabe für die Unparteiischen und alles andere als eine ideale Lösung. Denn dass Kondition und Konzentration im Verlauf der zweiten Partie doch abnehmen, scheint nur logisch. Dabei stehen Schiedsrichter im Sport bekanntlich sowieso schon besonders in der Schusslinie, mehr noch zum Ende der Saison, wenn es um alles oder nichts geht. Doch ohne diese Notlösung hätte der Terminkalender sicherlich angepasst und die Damenspiele wohl auf ein späteres Datum verschoben werden müssen. Eine wahre Zwickmühle demnach für die Verantwortlichen und umso löblicher, dass sich die Schiedsrichter hierauf eingelassen haben.