Editorial
Moskau verschärft für viele Menschen Nahrungsknappheit
Ein Mähdrescher bei der Ernte am 4. Juli in der Region von Mykolajiw: Russland verhindert wieder den Export von ukrainischem Getreide Foto: AFP/Anatolii Stepanov
Der russische Präsident Wladimir Putin ist ein vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angeklagter mutmaßlicher Kriegsverbrecher. Ihm wird vorgeworfen, für die Verschleppung Tausender ukrainischer Kinder im Zuge des Angriffskrieges in der Ukraine mitverantwortlich zu sein. Diesen Umstand musste der Kreml nun anerkennen. Denn der russische Präsident wird im August nicht persönlich am Gipfeltreffen der sogenannten Brics-Staaten in Südafrika teilnehmen, wie Moskau gestern mitteilte. Die südafrikanische Regierung müsste Putin verhaften und an den IStGH überstellen, würde er in persona beim Gipfel auftreten. Denn das Land ist Mitglied beim Strafgericht. Dies kann durchaus als – wenn auch sehr bescheidener – Erfolg für das internationale Recht angesehen werden. Und Südafrika gebührt Anerkennung, da es wegen drohender Schwierigkeiten mit Russland nicht aus dem IStGH ausgetreten ist. Für den Kreml-Herrn ist es hingegen eine Schmach. Er hätte die Bilder im Kreise der Staats- und Regierungschefs von Brasilien, China, Indien und Südafrika gerne propagandistisch nutzen wollen, um zu zeigen, dass er keineswegs von der Welt verstoßen ist. Doch nun …