Der Politflüsterer

Mister 1.000 % – oder wenn’s mal wieder etwas länger dauert

LSAP-Neuzugang. Caritas-Millionen. Warten auf „Nordstad“ und Weinhaus. Und eine Frage an die Polizei. Der Wochenrückblick des Politflüsterers.

Mister 1000 Prozent betritt die Chamber – symbolisches Bild für Erfolg und Motivation im Business-Kontext

„Mister 1.000 Prozent“ ist in der Chamber angekommen Foto: Editpress/Alain Rischard

Zoff, schlechte Stimmung in der LSAP, hört der Politflüsterer gelegentlich. Alles böse Gerüchte, versichert allerdings ein Genosse. Die Stimmung sei ausgezeichnet. Das habe man jüngst beim monatlichen Häkelkreis der Eintracht festgestellt, was dann auch beim parteiinternen Workshop für gelebte Geschlossenheit bestätigt worden sei.

Und überhaupt sei ja mit Ben Streff jetzt „Mister 1.000 Volt“, nein, „Mister 1.000 Prozent“ in die Fraktion eingezogen. Das könne ja nur mit Vollgas Richtung nächste Wahlen gehen – als Team.

Er habe gelesen, sagt einer, Luxemburg habe häufiger als jede andere Nation die Fußball-Weltmeisterschaft verpasst. Wow! Man sollte das sportlich sehen. Irgendwer muss schließlich auch die Qualifikation verlieren, sonst wäre sie ja sinnlos. Dennoch gut zu wissen, denkt der Politflüsterer. Noch besser wäre allerdings, endlich zu erfahren, wo die Caritas-Millionen geblieben sind.

Lange sah es so aus, als seien sie verschwunden wie einst die Legionen des Varus im Teutoburger Wald. Verloren. Unwiederbringlich. Doch Geld mag zwar nicht stinken, Spuren hinterlässt es offenbar trotzdem. Heiße Spuren sogar. Angeblich führen sie bis nach Italien, zu einer Influencerin, die dem Dolce Vita und dem Dolce far niente nicht ganz abgeneigt zu sein scheint.

Der Politflüsterer verfolgt die Sache mit Interesse. Manche ehemaligen Caritas-Granden angeblich ebenfalls. Es heißt, sie würden nachts noch immer schweißgebadet aufwachen und im Halbschlaf murmeln: „Bitte, bitte, gebt uns unsere Millionen zurück.“

Und wenn es mal wieder etwas länger dauert – beispielsweise mit der Nordstad-Fusion oder dem Weinhaus in Ehnen –, empfiehlt der Politflüsterer einen Blick ins digitale Tageblatt-Archiv der Nationalbibliothek. Das wirkt oft beruhigend. Man stellt fest: Früher ging es häufig auch nicht schneller oder besser.

Alternativ kann man aber auch die neue „Ligne bleue“ der Polizei unter der Nummer 244 244 244 anrufen. Sie ist für nicht ganz so dringende Fälle gedacht: „Hallo, hier ist der Politflüsterer. Ich hätte da mal eine Frage. Wissen Sie zufällig, wann das Weinhaus denn endlich fertig wird?“

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