Editorial

Luc Frieden lobt Paperjam und kritisiert den Rest der Presse – für einen Premier und Medienminister ist das inakzeptabel

Luc Frieden hat ein Lieblingsmedium in Luxemburg. Der Premier und Medienminister gibt das öffentlich auf großer Bühne bekannt. Genau wie das, was er an „gewissen anderen Medien“ des Landes nicht gut findet. Frieden begibt sich damit in eine gefährliche Nähe zu Populisten.

Luc Frieden spricht beim Neujahrsempfang für die Presse Januar 2024, nachdenklich und ernst, politische Stimmung reflektierend

Luc Frieden beim Neujahrsempfang für die Presse im Januar: Nicht optimistisch genug? Foto: Editpress/Julien Garroy

Luc Frieden ist Premier und Medienminister – und hat ein Lieblingsmedium. Das sagte Frieden recht unverblümt auf großer Bühne am Dienstagabend in der Philharmonie. Geladen hatte, Überraschung, Paperjam. Wobei, auch das ist wichtig zu betonen, das Wirtschaftsmagazin hier keine Schuld trifft. Paperjam hatte Frieden zu seinem, wie es heißt, „Fireside Chat“ geladen – und der präsentierte sich, unterwegs in seinem natürlichen Habitat aus Businessmenschen, in Plauderlaune.

Frieden sah sich offenbar am richtigen Ort, um sein Lob loszuwerden. Ebenso wie die andere Seite der Medaille: die Kritik an den anderen Medien. Gleich „mehr Paperjams“ („plus de Paperjams“) wünscht sich der Premier demnach. Da „certains médias“ wie „peut-être le public en général“ nur angezogen würden von „nouveaux conflits ci et là“. Die Miesmacher von den Medien, wir kennen dieses altbekannte Lied.

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