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Leichtsinn, Verantwortungslosigkeit – oder kriminelle Ignoranz?

Leichtsinn, Verantwortungslosigkeit – oder kriminelle Ignoranz?

„Le temps ne fait rien à l’affaire, quand on est con, on est con“, sang Georges Brassens. Selten hat eine Zeile so schonungslos ins Schwarze getroffen. Sie ist hart und provokant – und doch drängt sich bei Betrachtung der aktuellen Ereignisse in Frankreich genau dieser Gedanke auf. „L’Hexagone“ steht in vielen Départements lichterloh in Flammen. Ausgedörrte Böden, extreme Hitze – ein einziger Funke genügt und ganze Landstriche verwandeln sich in ein Inferno. Feuerwehrleute kämpfen unter extremen Bedingungen bis zur völligen Erschöpfung. Und mitten in dieser Lage gibt es Menschen, die all das billigend in Kauf nehmen. Zuletzt wurden rund sechzig mutmaßliche Brandstifter festgenommen. Sechzig! Das sind keine abstrakten Zahlen, sondern sechzigmal Verantwortungslosigkeit, sechzigmal zerstörtes Vertrauen und sechzigmal potenzielles Leid.

Besonders verstörend ist der Fall eines 18-jährigen Freiwilligen der Feuerwehr, der verdächtigt wird, selbst einen Brand in Fontainebleau gelegt zu haben. Einer, der schützen sollte – und zur Gefahr wird. Gleichzeitig hat ein anderer junger Mann gestanden, durch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe ein Feuer ausgelöst zu haben. Und wer kann den Vollpfosten vergessen, der wie im letzten Jahr auf der A61 ein brennendes Reisigbündel hinter sich herzog? Wer in solchen Fällen noch von „Leichtsinn“ spricht, verharmlost. Die Wahrheit ist noch brutaler: Neun von zehn Bränden sind menschengemacht. Nicht nur durch Vorsatz, sondern auch durch Ignoranz, Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit. Durch Menschen, die Warnungen ignorieren und glauben, es werde schon nichts passieren. Doch es passiert – immer wieder. Und das hat immer verheerende Folgen. Wälder werden ausgelöscht, Tiere verenden qualvoll und Menschen verlieren ihre Existenz. Den höchsten Preis zahlen oft die Feuerwehrleute selbst. So kamen am Dienstag, dem 21. Juli, zwei von ihnen bei einem Großbrand nahe dem Flughafen von Bordeaux ums Leben. Ihr Einsatzfahrzeug wurde von den Flammen eingeschlossen – sie starben im Einsatz gegen ein Feuer, das andere entfacht hatten. Ein unerträglicher Widerspruch.

Und dennoch wirken die Konsequenzen für die Verursacher erschreckend milde. Bewährungsstrafen – in einer Zeit, in der ganze Regionen in Flammen stehen? Das ist nicht nur schwer nachvollziehbar, es ist ein fatales Signal. Wer heute ein Feuer legt, ob aus Dummheit oder Vorsatz, spielt mit Menschenleben. Es reicht! Diese Brände sind keine Laune der Natur, kein unabwendbares Schicksal. Sie sind menschengemacht – und damit vermeidbar. Wer das bis heute nicht verstanden hat, darf sich nicht länger hinter dem Begriff „Unachtsamkeit“ verstecken. Denn eines gilt unverändert: Dummheit schützt vor Strafe nicht.

1 Kommentare
Phil 29.07.202610:33 Uhr

Wie sehr muss ein Mensch ein Land hassen um ihm derart weh zu tun. Wohl kaum ehrliche, mit Savoir-vivre, finesse und doigté lebende Franzosen, Patrioten der Grande-Nation... ich glaube es nicht!

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