Leserforum von Tony Tintinger
Café-Restaurant „De Waldhaff“, ein Wahrzeichen im Dornröschen-Schlaf
Seit Jahren verfällt der Waldhaff in Niederanven. Der ehemalige Gastronomieberater und langjährige Einwohner der Gemeinde Tony Tintinger appelliert an die Verantwortlichen, den Wiederaufbau endlich voranzubringen.
das Café Waldhaff steht seit Jahren leer Editpress/Hervé Montaigu
Als ehemaliger Gastronomieberater und langjähriger Einwohner der Gemeinde Niederanven schmerzt es mich sehr, den einst bekannten und beliebten „Waldhaff“ seit Jahren dem Verfall preisgeben zu sehen, ohne dass dort endlich konkrete Maßnahmen ergriffen werden.
Der Grundstückstausch zwischen Staat und Gemeinde im Jahr 2021 im Kontext des Baus der neuen Polizeistation sollte der Bevölkerung einen echten Mehrwert bringen. Heute muss man leider feststellen, dass dieses Ziel bis heute nicht erreicht wurde. Für die Einwohner der Gemeinde, für Wanderer, Radfahrer und alle Freunde dieses traditionsreichen Gastronomiebetriebes war dieser Tausch bislang eher ein „un cadeau empoisonné“ (vergiftetes Geschenk).
Mit dem Waldhaff verbindet mich auch persönlich vieles. Bereits 1984 durfte ich gemeinsam mit dem damaligen Staatsarchitekten den Umbau und die Neugestaltung des Gebäudes beratend begleiten. Deshalb liegt mir dieses Projekt bis heute besonders am Herzen.
Mit großer Hoffnung verfolge ich die Vorstellung des neuen Projektes durch die renommierte Architektin und Gewinnerin der Ausschreibung Tatiana Fabeck, mit der ich bereits mit mehreren Restaurantprojekten erfolgreich zusammenarbeiten durfte. Umso enttäuschender ist die Tatsache, dass seit der Präsentation am 24. September 2024 praktisch nichts Sichtbares vorangekommen ist.
Aus anderen Projekten und unter anderem „An der Ldisbösch“ kenne ich die Schwierigkeiten und langwierigen Genehmigungsverfahren nur zu gut. Immer neue Vorschriften und bürokratische Hürden verzögern wichtige Bauvorhaben über Jahre. Viele Projekte scheitern nicht am fehlenden Willen, sondern an einer Verwaltung, in diesem Fall der Umweltverwaltung (deren Minister muss laut CSV-Wahlprogramm das Naturschutzgesetz des grünen verstorbenen Staatssekretärs ändern), die Entscheidungen immer weiter hinauszögert.
Ich wünsche mir deshalb, dass die Verantwortlichen noch in dieser Legislaturperiode den Mut finden, die notwendigen Entscheidungen zu treffen und den Weg für den Wiederaufbau des Waldhaffs freizumachen.
Viele Menschen warten darauf, dass an der wichtigen Achse Luxemburg-Echternach wieder ein Ort der Gastfreundschaft entsteht und ein Platz, an dem Wanderer, Radfahrer und Ausflügler einkehren und bei einem Glas Wein oder Bier und einer typischen luxemburgischen Spezialität verweilen können.
Besonders traurig ist der Zustand dieses geschichtsträchtigen Gebäudes aus dem Jahr 1764, das einst der Familie Pescatore gehörte und später als Jagdhaus des großherzoglichen Hofes diente. Ein solches Kulturerbe darf nicht weiter verfallen. Jeder weitere Winter verschlechtert den Zustand des Gebäudes.
Eindringendes Regenwasser zerstört stetig die tragende Holzkonstruktion und inzwischen scheint das Haus von Obdachlosen genutzt zu werden, was auch noch zur Brandgefahr ist. Das ist des historischen Bauwerks unwürdig. Wie lange soll der Waldhaff noch auf seine Rettung warten?