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Krone oder Totengräber der sogenannten Schöpfung?

Gläubige nehmen anlässlich des Kumbh Mela, dem größten religiösen Fests des Hinduismus, ein traditionelles Bad im Ganges in Indien

Gläubige nehmen anlässlich des Kumbh Mela, dem größten religiösen Fests des Hinduismus, ein traditionelles Bad im Ganges in Indien Karma Sonam/AP/dpa

Gemeint ist die Menschheit, die dabei ist, unseren Heimatplaneten unwiderruflich zu zerstören. Bald 10 Milliarden Menschen leben auf der Erde. Das sind viel zu viele. Lange Zeit wurden durch Religionen Verhütungsmittel, hauptsächlich Kondome, verboten, dies besonders in armen Ländern der Dritten Welt. Gerade in diesen Ländern wächst die Bevölkerung unaufhaltsam. Immer mehr Menschen brauchen immer mehr Platz. Tausende von Quadratkilometern Wälder werden abgeholzt, um pflanzliche Nahrungsmittel (Soja, Palmöl usw.) und Fleisch, hauptsächlich Rindfleisch, zu produzieren. Der Wald ist die Lunge der Erde. Ohne Wald bekommt unser Planet Atemprobleme.

Atemprobleme hat momentan auch die Menschheit durch ein Virus (Covid-19), das von den in ihrem Lebensraum bedrohten Tieren auf die Menschen übergesprungen ist. Es wird nicht das letzte Virus sein, das uns Sorgen bereiten wird, da die Menschen immer weiter in Gebiete vordringen, wo sie immer mehr nahen Kontakt mit Tieren haben, die Träger der verschiedensten Viren sind, die bisher nicht die Gelegenheit hatten, Menschen zu infizieren.

In Indien baden zehntausende Menschen dicht gedrängt, ohne Maske in dem verschmutzten Wasser des Ganges, um sich innerlich und äußerlich zu reinigen. In einer Fernsehreportage meinte einer der Badenden: „Ich kann jetzt nicht mehr vom Coronavirus angesteckt werden. Der heilige Ganges schützt mich davor!“ Viele Götter und Heilige, an die noch immer zahlreiche Menschen glauben, haben leider bis jetzt nicht vor Naturkatastrophen und tödlichen Pandemien geschützt.

Eine weitere von Menschen verursachte Katastrophe ist der Klimawandel, der ein großes zerstörerisches Potenzial beinhaltet, sowie die immer zunehmende Luftverschmutzung. Die unkontrollierbare Plastikflut hat es auch in sich. Abertausende Tonnen Plastikmüll schwimmen als quadratkilometergroße Inseln in den Ozeanen. Winzige Kunststoffpartikel (Mikroplastik) findet man überall, sogar im Eis an den beiden Erdpolregionen.

Eine Umkehr dieser Verhältnisse liegt nicht nur in weiter Ferne, sondern scheint praktisch unmöglich. Die Natur ist dabei, das Problem auf ihre evolutive Art und Weise zu lösen. Es gab schon etliche Arten, die in der langen Geschichte unseres Planeten ausgelöscht wurden. Uns Menschen gibt es in dieser Millionen Jahre alten Geschichte noch gar nicht lange. Werden wir, größtenteils durch das Verhalten des sogenannten „homo sapiens“, unsere Präsenz auf der Erde einem schnellen Ende zuführen? Planet Erde wird weiter Millionen Jahre bestehen. Andere angepasste Lebewesen werden das Zepter übernehmen. Vielleicht erholt sich dann der kranke Planet wieder ohne die Krone der sogenannten Schöpfung.

Aktuell drohen auch wieder militärische Eskalationen durch verschiedene Großmächte. Großbritannien plant sogar, die Zahl seiner Atombomben zu erhöhen. Ein Atomkrieg könnte sogar das Ende von allem Leben auf der Erde bedeuten.

Also, lieber „homo sapiens“, schnelles und intelligentes Handeln ist dringend erwünscht auf vielen Gebieten zur Rettung unseres Heimatplaneten.

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