Leserforum
Kehrt die Atomkraft zurück?
„Durch eine Verseuchung könnte man das unermessliche Leid kaum in Worte fassen“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Befürworter setzen auf neue Technologien seitens der „Minireaktoren“. Ein klassisches AKW schafft über 1.000 Megawatt. Die neuen Generatoren produzieren bis zu 300 Megawatt. Hier kann niemand sagen, ob durch Verwässern der Vorlagen doch ein AKW von 500 Megawatt dasteht.
Die Grünen sind klar dagegen, sicherlich auch viele Umweltschützer, welche parteilos sind oder gar anderen Parteien angehören. Gründe zur Nichteinhaltung bestimmter Auflagen würde die Atomlobby schon reichlich finden. Dazu ist der Bau unwahrscheinlich und kostenintensiv. Hinzu kommen die Wartung und die spätere Entsorgung. Vorgeschoben könnte auch die Forschung sein, um hier Erkenntnisse zu erhalten. Befürwortende Argumente sind: So würden sogenannte Privatanbieter als Betreiber ohne steuerliche Zuschüsse auskommen. Involviert sind sicherlich auch staatliche Unternehmen bzw. Subunternehmer. Heute kommen die meisten Brennstäbe aus Russlands gleich angrenzenden Staaten und so bald wird sich hier auch nichts ändern.
Weiterhin bedarfen diese AKW-„Dinger“ einer dauerhaften Abkühlung. Diese werden deshalb in Flussnähe oder nah am Meer gebaut – siehe Fukushima. Doch was passiert, wenn die Flüsse Niedrigwasser führen, wie schon mehrmals im Sommer geschehen? Dann müssen diese Reaktoren ganz oder teilweise zurückgefahren werden. Heißt: weniger Stromerzeugung bis hin im Extremfall zu einer Atomschmelze. Niedrigwasserphasen könnten auch mal sechs bis zehn Wochen dauern.
Nicht zu vergessen der Temperaturanstieg des Flusswassers mit seinen negativen Einflüssen wie dem Absterben vieler Fischarten und sonstiger kleiner Lebewesen. Was, wenn ein Reaktor dieser neuen Bauweise nah der Mosel in Sichtweite von Luxemburg steht? Je nach politischer Lage könnte das schon eine Option sein. Kostenrechnung: Wohin mit dem radioaktiven Abfall? Weltweit gibt es keine endgültige Lösung, nur Zwischenlager! Auch die Minireaktoren produzieren radioaktiven Abfall. Diese Entsorgung muss eingerechnet werden. Diese Kosten könnten ins Unermessliche steigen. Genauso der Abbau und das Recycling. Was, wenn eine Betreibergesellschaft aus Kostengründen ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann? Wer muss dann wieder zahlen? Natürlich der Steuerzahler.
Obendrauf das sehr hohe Restrisiko, wo alles versucht wird, seitens der Befürworter der Politik und der Atomlobby, die Gefahr kleinzureden und zu minimisieren. Es sind ja hohe Gewinne zu erzielen! Das Fatalste wäre, je nach Windrichtung bei einem Super-GAU würde Luxemburg samt Großregion Opfer dieser nicht kontrollierbaren Energie werden, falls auch nur ein AKW dieser neuen Generation in unserer Nähe gebaut würde.
Durch eine solche Verseuchung könnte man das unermessliche Leid kaum in Worte fassen, und so wünschen sich bzw. sehnen sich viele danach, dass Cattenom auch eines Tages samt allen anderen Reaktoren Geschichte sein sollte.
Fazit: Es darf kein Zurück, gleich keine Rückkehr geben in Deutschland.