Leserforum

Ein Plädoyer für den Pazifismus

Ein Plädoyer für den Pazifismus

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Dass der „Pazifismus“ im Gegensatz zur Kriegsrethorik steht bzw. sich manifestiert gegen Aufrüstung und Militarismus, ergibt für mich kein Bild der Naivität bzw. von Unwissen, eher das Gegenteil. Besonnenheit würde mal oben anstehen.

In welche Kategorie von Unverstand, Unvermögen man all diese Kriegsrethorik einordnen soll, mag ich nicht zu beurteilen. Dass in diesem Jahrhundert schon mehrere völkerrechtswidrige Kriege ausgebrochen sind und alles zivilisiertes Zusammenleben ad absurdum gebracht hat, zeigt schon, wie wenig Menschlichkeit ihnen nahe ist! Hier mal unvollständig aufgelistet, was viele als eine Normalität empfinden.

Tschetschenien-Krieg – 100.000 Tote; Bürgerkrieg 2014 in der Ukraine – auch eine hohe Zahl; Ukraine-Krieg – bis dato 550.000 Tote. Nun, Gaza und Iran kommen noch hinzu. Voriges Jahrhundert – Korea und der abscheuliche Vietnamkrieg unter anderem. Dazu Verstümmelungen, hoch traumatisierte Menschen ohne Perspektiven zu einem weiteren gesellschaftlichen Leben.

Kriege sind immer das Resultat und Versagen der Politik und Diplomatie, beidseitig. Argumente werden immer vorgeschoben, nicht selten basierend auf Unwahrheiten bis hin zu einem Lügengeflecht, beidseitig. Man kommt nicht umhin, dass regierungsfreundliche Medien sich im Sinne der Machthaber demnach auch noch so verhalten und sich mitschuldig machen am Säbelrasseln bis hin zur Eskalation. Es wird nicht mal angeprangert, wie „hierzulande“ es keine Opposition zur Aufrüstung gibt, weder in der Politik, schlimmer noch das Schweigen der Zivilgesellschaft und von der Kirche schon mal gar nicht zu reden. So dahingehend erwähnt, was mich als Friedensaktivist bewegt.

Was haben all diese Kriege der Menschheit gebracht? Was rechtfertigt dieses unsägliche Gebaren einer sich so selbst hochpreisenden Zivilisation. Alle reden von Frieden und schmieden Waffen ohne Ende, und seien sie materiell noch so absurd und grauenvoll. Reden von Völkerverständigung und säen Hass und Zwietracht. Millionen Tote, Verwüstungen, Elend, Vertreibungen, wo man wieder zur Frage hinkommt: Was hat wem gebracht, wo die Glorie? Was, wo der Welt all dieser Kriege?

Kriege werden in Zukunft mit noch weit schlimmeren Waffen geführt. Drohnen, Raketen mit ungeahnten Reichweiten. Dazu gibt es absolut keine Sicherheit, sei man noch so weit weg vom Kampfgeschehen. Soll nun jemand einen Bunker in Betracht ziehen, so soll er sich dann auch bewusst sein, welchen Anblick er wohl hat von seiner Umwelt, sobald er die Tür wieder öffnet. Noch hinzu kommt, dass das Aufmarschgebiet der Zukunft im Weltall dazugerechnet werden muss.

Und so verbleibe ich, dass nur pazifistisches Gedankengut die Menschheit vor einer wenn auch nur teils Apokalypse bewahren kann. Unverstand, Unvermögen ist die Prämisse, welche oben ansteht bei Ausbruch von Kriegen. Und Luxemburg gesellt sich dazu.

>
0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Leserforum

Ein Plädoyer für den Pazifismus