Editorial
Gegen die Drogenproblematik nützt keine Repression
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Von einem gesundheitspolitischen Standpunkt aus gesehen muss man zugeben, dass die Drogenpolitik der vergangenen Jahre Früchte trägt. Starben im Jahr 2000, als der erste Drogenaktionsplan ins Leben gerufen wurde, noch 26 Menschen an einer Überdosis, so ist die Anzahl der Drogentoten beständig gesunken; voriges Jahr waren es noch fünf. Und unter neuen HIV-Fällen befinden sich immer weniger Drogenabhängige. Wie aus dem nationalen Drogenbericht 2021 hervorgeht, steigen Konsumenten harter Drogen vermehrt vom Spritzen auf das Inhalieren ihres Stoffs um, was das Risiko einer infizierten Nadel gar nicht erst zulässt. Damit wäre wenigstens ein Ziel der Drogenpolitik und wohl auch das wichtigste, nämlich Menschenleben zu retten, erreicht.