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Flächenbrand und Feuerlöscher: Guy Rewenig darüber, wie in Luxemburg ein Zensurfall weggezaubert wird
„Ad acta legen“ ist eine beliebte Spielart der Luxemburger Politik. Das Kalkül lautet: Kommt Zeit, kommt Schweigen. Ein anschauliches Beispiel liefert der rezente Ausschluss von drei jüdischen Konferenzerinnern aus dem staatlich subventionierten Kulturzentrum Neimënster.
Foto: Editpress-Archiv/Julien Garroy
Mit äußerst fadenscheinigen Ausreden wurde der dubiose Vorfall im Nachhinein „entkräftet“. Die Kritiker dieses offensichtlichen Zensurvorgangs mussten sich den Vorwurf der Böswilligkeit und Ahnungslosigkeit gefallen lassen. Der kritische Bürger als heimtückischer Störenfried und Widerling: Diese durchsichtige Masche der toxischen Rhetorik kennen wir von Donald Trump und anderen Autokraten.