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Euthanasie

Euthanasie

Beim Anblick eines verstorbenen Menschen überkommt mich jedes Mal ein tiefes Gefühl des Friedens, im Sinn von: „Es ist vollbracht“. Den Tod gibt es nicht für den Toten. Nur das Sterben.

Wer sich von anderen Menschen überzeugen ließ, dass eine höhere Macht über ihn gebietet, mag dieser die Bestimmung der Stunde des Todes überlassen. Es bleibt aber die letzte Freiheit eines jeden Menschen, der sich der endgültigen Absurdität des Ganzen bewusst ist, die Stunde seines Todes selbst zu bestimmen, wenn der Sinn seines einzigartigen Lebens keinen Sinn mehr macht. Kein Priester, kein Politiker, kein Arzt dürfte Einspruch erheben können. Der erwünschte Tod macht jede Widerrede nichtig.

Die Euthanasie spannt den Bogen zurück zur Abtreibung. Bei dieser töten wir eine Zukunft ohne Vergangenheit, bei der Euthanasie töten wir eine unerträglich gewordene Vergangenheit ohne Zukunft.

In beiden Fällen ist Töten weder Mord noch Umbringen. Wenn Erlösung auch nicht das richtige Wort ist, so bleibt es dennoch das naheliegendste.

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