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Dolly Parton – mehr als eine Country-Legende

Dolly Parton – mehr als eine Country-Legende

Der Tod von Dolly Parton hat nicht nur mich berührt. Mit ihr ist eine außergewöhnliche Frau von uns gegangen, die gezeigt hat, dass Erfolg, Selbstbestimmung und Humanität zusammengehören. Dolly Parton wuchs als viertes von zwölf Kindern in ärmlichen Verhältnissen in Tennessee auf. Mit Talent, Disziplin und einem unerschütterlichen Glauben an sich selbst eroberte sie von Nashville aus die Welt. Die beliebte Sängerin, Songwriterin, Schauspielerin, Geschäftsfrau und Philanthropin stand sechs Jahrzehnte lang im Rampenlicht – ohne Skandale. Rund 3.000 verfasste Songs, 25 Nummer-eins-Hits, mehr als 100 Millionen verkaufte Alben, zehn Grammys sowie Aufnahmen in die Country Music Hall of Fame und die Rock and Roll Hall of Fame zeugen von einer einzigartigen Karriere.

Ihre wahre Größe lässt sich jedoch nicht an Plattenverkäufen und Auszeichnungen messen. In einer lange von Männern dominierten Musikbranche ließ sie sich weder einschüchtern noch bevormunden. Dolly Parton verkörperte Selbstbestimmung. Indem sie sich früh die Kontrolle über ihre Werke sicherte, bewies sie, dass künstlerische Freiheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit kein Widerspruch sind. Sie machte aus ihrem Vornamen eine Marke. Dabei blieb sie stets eine Frau mit einer klaren Haltung zu gesellschaftlichen Fragen. Sie setzte sich für Frauenrechte, Akzeptanz und Vielfalt ein und unterstützte die Bewegung „Black Lives Matter“ ebenso wie homosexuelle und trans Menschen. Ihre Botschaft war einfach und kraftvoll: Jeder Mensch sollte selbst über sein Leben bestimmen dürfen.

Dank ihrer Selbstironie, ihres Humors und ihrer Herzlichkeit war sie auch bei Menschen beliebt, die sonst wenig mit Countrymusik anfangen konnten. Sie war freundlich, respektvoll, lebensfroh und unverwechselbar eigen, eben „everybody’s darling“. Ihr auffälliges Äußeres – blonde Perücken, grelles Make-up, schrille Outfits und ihre kurvige Figur – wurde anfangs belächelt. Sie konnte über sich selbst lachen und nahm ihr extravagantes Äußeres mit Humor. Mit dem Satz „Es kostet eben viel Geld, so billig auszusehen“ zeigte sie ihre Souveränität im Umgang mit ihrem Image.

Besonders beeindrucken mich ihr soziales Engagement und ihre Hilfsbereitschaft. Mit ihrer Leseförderung hat sie Millionen Kindern Bücher und damit Chancen geschenkt. Während der Corona-Pandemie unterstützte sie die Impfstoffforschung mit einer Million Dollar. Mit „Dollywood“ schuf sie in ihrer Heimat einen Freizeitpark für Familien und somit Arbeitsplätze. Auf diese Weise blieb sie stets mit ihren Wurzeln verbunden. Die Entertainerin hat vielen Menschen Mut gemacht, ihren eigenen Weg zu gehen. Kaum etwas fasst ihr Vermächtnis treffender zusammen als ihr eigener Wunsch: „Ich hoffe, dass ich eines Tages als jemand erinnert werde, der versucht hat, etwas Gutes in der Welt zu bewirken.“ Das hat sie. Und wie!

Danke, Dolly! Für die Musik, den Mut und vor allem für so viel Menschlichkeit.

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