Editorial
European Championships: Back to the roots
Ab Donnerstag wird die europäische Sportwelt alle Augen auf München richten, wenn die European Championships in der bayerischen Hauptstadt beginnen Foto: dpa/Sven Hoppe
Sie wollen authentischer, nachhaltiger und wieder näher am Zuschauer dran sein: die European Championships. Am Donnerstag geht dieses Multisport-Event in München in seine zweite Runde, nachdem vor vier Jahren die Premiere in Glasgow und Berlin – wo die Leichtathletik-Wettbewerbe stattfanden – ausgetragen wurde. Es ist kein Event, bei dem die viel kritisierten Riesen des internationalen Sports, so wie das IOC oder die FIFA, ihre Hände im Spiel haben. Vielmehr schließen sich bei den European Championships mehrere europäische Sportverbände zusammen und organisieren gemeinsam, am gleichen Ort, ihre Europameisterschaften. Frei nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stärker. So verspricht man sich von diesem gemeinsamen Event eine größere Visibilität, mehr Stunden Liveübertragung im Fernsehen, um vor allem gegen den allseits dominierenden Fußball bestehen zu können. Als Beispiel dienen etwa die Wintersportarten, die im deutschen Fernsehen erfolgreich in einer Art Konferenz ausgestrahlt werden, sodass auch Randsportarten wie Rodeln oder Bobfahren ihre Sendeminuten erhalten, die alleine kaum möglich wären. Eine durchaus vielversprechende Entscheidung, denn die Premiere der European Championships 2018 erreichte laut offiziellen Zahlen in 43 europäischen Ländern, in denen sie übertragen wurde, rund 1,4 Milliarden (über die elf Wettkampftage verteilt) Fernsehzuschauer.