Editorial
Eklat in Washington als Zeichen einer politischen Kultur im Niedergang
Es ist zu befürchten, dass die USA in vier Jahren alles andere als „great“ dastehen werden Foto: Saul Loeb/AFP
Seit vergangenem Freitag ist klar: Der US-Präsident will keinen „fairen und dauerhaften Frieden“ in der Ukraine, so wie es die Menschen dort fordern. Donald Trump will einfach nur Ruhe dort, wie auch immer die aussieht und zustande kommt. Wie er sich den Frieden vorstellt, hat er noch mit keiner Silbe erklärt. Die Frage der Sicherheit, die für Kiew im Zentrum steht, würde nur „zwei Prozent des Problems“ ausmachen. Er würde sich vielmehr Sorgen um seinen „Deal“ machen, sagte Trump am Freitag im Oval Office. Das Problem der Sicherheit sei einfach zu lösen: „Jeder hört auf zu schießen“, meinte Trump allen Ernstes. Ob der amerikanische Präsident derart abgekoppelt ist von der Realität, warum er das Lied des Kreml singt, wie er sich die Weltordnung vorstellt, nachdem er die derzeit noch bestehende regelbasierte internationale Ordnung vollends in Schutt und Asche gelegt hat, all das kann niemand auch nur annähernd beantworten. Eines aber ist sicher: Trumps Agieren im Weißen Haus läuft auf ein totales Desaster hinaus und der Eklat in Washington ist nur ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die politische Kultur der Vereinigten Staaten im Niedergang befindet.