Editorial

Die liberalen Ärzte proben den Aufstand – seit 35 Jahren

Die Spitze der AMMD: Generalsekretär Sébastien Diederich, Präsident Chris Roller und Vizepräsident Carlo Ahlborn vergangene Woche nach der Generalversammlung im „Parc Hôtel Alvisse“

Die Spitze der AMMD: Generalsekretär Sébastien Diederich, Präsident Chris Roller und Vizepräsident Carlo Ahlborn vergangene Woche nach der Generalversammlung im „Parc Hôtel Alvisse“ Foto: Editpress/Hervé Montaigu

„Die Mediziner proben den Aufstand. Seit Beginn der Woche haben sie ihre Dienste eingeschränkt, um – wie es offiziell heißt — den Patienten die Auswirkungen der geplanten Krankenkassenreform praxisnah vor Augen zu führen, die ihrer Meinung nach in eine Rationierung der Medizin münden wird. Bei dieser Kraftprobe wird ungeniert mit kräftigen Schlagworten operiert: ‚Verstaatlichung‘, ‚Dirigismus‘ und ‚Bürokratisierung‘ der Medizin führe die Regierung im Schilde, so klagen die Ärzte, deren Standesvertreter apokalyptische Visionen vom Ende der liberalen Medizin heraufbeschwören“, berichtete das Lëtzebuerger Land am 19. April 1991. „Behandlung gegen Bares: Die AMMD sägt am System der Finanzierung der Krankenkassen“, stand am 19. April 1998 ebenfalls im Land. „Auf dem Weg zur Staatsmedizin?“, titelte am 2. November 2000 der Télécran, als die „Association des médecins et médecins dentistes“ (AMMD) sogar einen Warnstreik organisierte und mit Arbeitsniederlegung drohte, weil die damalige CSV-DP-Regierung von den an den Krankenhäusern tätigen Belegärzten eine Abgabe verlangen wollte, um das Defizit der Krankenkasse auszugleichen.

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