Editorial

Die Ukraine sollte sich angemessener verteidigen können

Der Tod kam aus Russland: Mindestens 16 Menschen starben bei einem Angriff auf einen Baumarkt in der ukrainischen Stadt Charkiw, nachdem von Russland aus kommend zwei Raketen dort eingeschlagen hatten. Die Ukraine kann sich jedoch nicht angemessen gegen solche Attacken wehren, da sie westliche Waffen nicht jenseits ihrer Grenzen einsetzen darf.

Der Tod kam aus Russland: Mindestens 16 Menschen starben bei einem Angriff auf einen Baumarkt in der ukrainischen Stadt Charkiw, nachdem von Russland aus kommend zwei Raketen dort eingeschlagen hatten. Die Ukraine kann sich jedoch nicht angemessen gegen solche Attacken wehren, da sie westliche Waffen nicht jenseits ihrer Grenzen einsetzen darf. Foto: AFP/Sergey Bobok

Längst befindet sich die Ukraine im dritten Jahr ihres Verteidigungskampfes gegen die russischen Invasionstruppen, doch noch immer wird das Land vom Westen nicht in dem Maße unterstützt, wie es die Situation erfordert. Die Praxis hinkt in zwar immer weniger, aber dennoch sehr bedeutenden Teilen den vielen Beistandsbekundungen und Versprechen nach wie vor hinterher. Was sich dann auch auf den Schlachtfeldern im Osten des Landes widerspiegelt. Dies ist jedoch nicht allein das Ergebnis mangelnder Waffen- und Munitionslieferungen. Denn die jüngste russische Offensive in der Region Charkiw hat gezeigt: Die Einschränkungen einiger westlicher Länder, was den Gebrauch der von ihnen an die Ukraine gelieferten Waffen anbelangt, kann man geradezu als direkte Unterstützung von Putins Truppen ansehen. Zwar haben die ukrainischen Verteidiger bereits Waffen, mit denen sie jenseits ihrer Grenze in Russland zu ihren Gunsten hätten eingreifen können. Doch ihnen wurde zum Kämpfen eine Hand auf den Rücken gebunden und sie mussten sich auf Wunsch unter anderem aus dem Weißen Haus zurückhalten, während sich die russischen Truppen unter den Augen aller seelenruhig auf ihre Offensive vorbereiteten und dabei die größten Geländegewinne seit langem machen konnten.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Editorial

Öffentliche Aufträge als Hebel für bessere Arbeitsbedingungen

Editorial

Die Regierung muss Plattformarbeit streng regulieren