Editorial
Die Korallen sterben, die Politik zaudert – und das nervt wirklich
Tote Korallen im Great Barrier Reef im Jahr 2024 Foto: AFP/David Gray
Luc Frieden hätte nicht deutlicher sein können im Wahlkampf vor gut zwei Jahren. Mit ihm werde es eines sicher nicht geben: eine Klimapolitik, die nervt. Mit diesem Versprechen ans Wahlvolk heimste der damalige CSV-Spitzenkandidat wohl einige zusätzliche Kreuzchen auf dem Wahlzettel ein. Die Stimmung zu der Zeit hatte sich längst gegen alles Grüne gedreht. In Luxemburg „bashten“ CSV und ADR „déi gréng“, um die „Gambia“-Dreierkoalition zu sprengen. Dass Frieden nach den Wahlen nicht darum herumkommen würde, Klimapolitik zu machen, die ebenfalls „nervt“, weil einschränkende Politik immer irgendwo irgendjemanden nervt, dürfte ihm auch zum Zeitpunkt seiner Aussage klar gewesen sein. Es war halt ein Wahlkampfkalauer, ein Spruch, der gut saß. Der aber leider völlig daneben war. Weil in dem Satz mitschwingt, dass sich niemand einen Kopf machen muss, dass die Warner übertreiben, dass das alles überbewertet ist mit dem Klimaschutz. Rückblickend wird der Satz nicht besser. Nun haben wir eine Klimakatastrophe, die nervt.