Editorial
Die Grippe im System: Verwirrende Solidaritätsbekundungen im Kultursektor
Foto: dpa/Harald Tittel
Ein Teil der Luxemburger Kulturszene tut sich schwer mit seinen Solidaritätsbekundungen für die Ukraine – oder sendet zumindest das, was man auf Englisch mixed signals nennt: Nachdem für den Start von Esch2022 eine Rakete gestartet wurde, setzte das LuxFilmFest aufgrund einer Entscheidung, die von Politikern und nicht etwa von der Künstlerischen Leitung des Festivals getroffen wurde, alle russischen Festivalbeiträge ab – darunter auch den Wettbewerbsbeitrag „Gerda“ von Natalya Kudryaschowa, der scheinbar (da hierzulande niemand den Film sehen durfte, müssen wir außenstehenden Kritikern Glauben schenken) ein äußerst kritisches Bild der russischen Gesellschaft zeichnet.