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Die Erste Hilfe in Luxemburg braucht Brüste

Herzstillstand kennt kein Geschlecht. Bei der Ausbildung von Ersthelfern sollten anatomische Unterschiede jedoch durchaus berücksichtigt werden.

Ersthelfer zögern bei Brustkompressionen – lebensrettende Erste Hilfe bei Herzstillstand wichtig verstehen

Wenn Ersthelfer vor Brüsten zurückschrecken, kann das Leben kosten Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa/AFP

Stellen Sie sich vor, eine Person bricht vor Ihnen zusammen. Herzstillstand. Sie haben einen Erste-Hilfe-Kurs belegt und wollen helfen. Doch plötzlich sind da Brüste – ein Element, auf das Ihr Training Sie nicht vorbereitet hat. Sie zögern – was mache ich mit dem BH? Wohin mit den Händen? Muss ich fester drücken als beim Training? Während Sie darüber nachdenken, sinken die Chancen der betroffenen Frau.

Die Ergebnisse einer Studie der Medizinischen Universität Innsbruck zeigen, dass Unsicherheit und Hemmungen gegenüber dem weiblichen Körper sowie die Angst, der sexuellen Belästigung beschuldigt zu werden, zu potenziell lebensbedrohlichen Verzögerungen bei der Reanimation führen. Viele Teilnehmer – darunter auch Sanitäter – schnitten bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung der weiblichen Puppe deutlich schlechter ab als bei der männlichen.

Wie das CGDIS gegenüber dem Tageblatt bestätigte, zählt jedoch im Fall eines Herz-Kreislauf-Stillstands vor allem ein schnelles Handeln – jede Minute ohne Herzmassage verringert die Überlebenschancen der betroffenen Person. Dennoch wird in Luxemburg an geschlechtsneutralen Puppen trainiert. Der nationale Rettungsdienst plant aktuell keine Einführung weiblicher Modelle. Sollte sich deren pädagogischer Mehrwert bestätigen, könnte ihre Einbindung in die Ausbildung geprüft werden, so das CGDIS. Verständlich also, dass ein Ersthelfer seine an einer vollkommen flachen Puppe erlernten Handgriffe im realen Notfall bei einer Frau mit F-Körbchen hinterfragt.

Der Einsatz weiblicher Übungspuppen in der Ausbildung könnte Abhilfe schaffen. Wer von vornherein den souveränen Umgang mit BH und Brüsten lernt, wird im Ernstfall weniger überrascht und kann schneller handeln. Dabei geht es nicht darum, dass die Wiederbelebungsmaßnahmen für Frauen und Männer sich unterscheiden. Es geht vielmehr darum, keine wertvolle Zeit durch Schamgefühle und Selbstzweifel zu verlieren.

Laut Innenminister Léon Gloden macht das CGDIS in seinen Erste-Hilfe-Kursen keinen Unterschied zwischen der Versorgung männlicher und weiblicher Opfer. Vielleicht sollte es das tun. In der Zwischenzeit müssen sich Luxemburgs Frauen scheinbar damit abfinden, im Notfall schlechtere Überlebenschancen zu haben.

1 Kommentare
Ups 30.06.202615:37 Uhr

Keine Angst Leute.Die Dinger sind stabiler als man denkt und das Herz liegt ja ziemlich in der Mitte. Ihr müsst natürlich Zuschauer davon überzeugen dass es sich bei dem Einsatz um einen Notfall handelt.Sonst kommt man heuer schnell in Teufels Küche.

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