Editorial

Die Büchse des Corona: Wieso wir uns vor den Dystopien von morgen hüten müssen

Die Büchse des Corona: Wieso wir uns vor den Dystopien von morgen hüten müssen

April 2020. Grundprinzipien des demokratischen Systems sind wie weggefegt, drastische Freiheitseinschränkungen werden bedingungslos angenommen. Apps sollen Infizierte via Mobilfunkdaten ausfindig machen. Zeitungsartikel stellen transnationale Todeszahlenvergleiche an, als wäre man in einem morbiden Wettbüro. Grillende Nachbarn werden zu Feindbildern – die Polizei erscheint, noch bevor das Steak überhaupt durch ist. Nationale Grenzen sind quasi über Nacht wieder aufgerichtet worden. Europäische Leader greifen auf Kriegsrhetorik zurück. Was noch Ende 2019 der mögliche Pitch einer Netflix-Sci-Fi-Dystopie war, ist innerhalb von 20 Tagen zur bitteren Realität geworden.

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