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Der Westen steht nicht vor dem Untergang, arbeitet aber daran
Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe aus Experten der politischen Mitte in Europa, dem globalen Süden und – nach Donald Trumps Wahlsieg auch in den Vereinigten Staaten – glaubt, der Westen sei im Niedergang begriffen. Sicherlich war im Westen noch nie so viel Macht in den Händen so weniger Menschen (und geografischer Gebiete) konzentriert, aber bedeutet das allein schon, dass die Macht des Westens dem Untergang geweiht ist?
Foto: AFP/Johannes Eisele
In Europa gibt es gute Gründe, sich der Erzählung vom Niedergang anzuschließen. Ebenso wie einst das Römische Reich Rom den Barbaren überließ und seine Hauptstadt nach Konstantinopel verlegte, um seine Hegemonie um ein weiteres Jahrtausend zu verlängern, verlagerte sich der Schwerpunkt des Westens in die Vereinigten Staaten, wodurch Großbritannien und Europa der Stagnation preisgegeben wurden, die sie träge, rückständig und zunehmend irrelevant werden lässt.