Standpunkt
Das falsche Versprechen von Zöllen
In dieser Zeit des zunehmenden Protektionismus kann sich die Verteidigung der Globalisierung wie ein aussichtsloses Unterfangen anfühlen. Doch statt sich aus der Debatte zurückzuziehen, ist es dringender denn je, die Kosten eines Handelskriegs zu benennen, der die Zersplitterung der Weltwirtschaft zu beschleunigen droht, weil er in Wahrheit ein Krieg gegen den Handel selbst ist. Um die der protektionistischen Agenda der US-Regierung zugrundeliegende Logik wirksam infrage zu stellen, müssen wir sie zunächst klar und konkret verstehen.
Befürworter globaler Märkte müssen eine glaubhafte Alternative zu Trumps protektionistischer Agenda finden Foto: Uncredited/Pool/AP/dpa
Das Zollregime der Trump-Regierung stützt sich auf vier Argumente. Das erste besagt, dass Zölle ein Instrument zur Erhöhung der Staatseinnahmen seien – und insbesondere zur Verringerung des US-Haushaltsdefizits, das viele Ökonomen als untragbar ansehen. Das Congressional Budget Office prognostiziert, dass das US-Bundesdefizit, das derzeit bei 6,4% vom BIP liegt, bis 2035 bei über 6% verharren wird – was deutlich über dem 50-jährigen Durchschnitt von 3,8% liegt.