Editorial

Das Ende der Selbstverständlichkeit von Frieden und Demokratie in Europa

Nicht Berlin, Dresden oder Köln 1945, sondern Odessa 2025: Aufräumarbeiten, nachdem russische Drohnen Geschäfte getroffen haben. 

Nicht Berlin, Dresden oder Köln 1945, sondern Odessa 2025: Aufräumarbeiten, nachdem russische Drohnen Geschäfte getroffen haben.  Foto: Michael Shtekel/AP/dpa

Eine junge Fotografin kehrt nach dem Zweiten Weltkrieg ins zerbombte Berlin zurück. Sie lernt dort einen ehemaligen Militärarzt kennen, der unter seinen schrecklichen Kriegserinnerungen leidet. „Der Friede der Welt“, sagt dieser, „nur eine flüchtige Station, ein kurzes Atemholen bis zum nächsten Krieg, bis zum nächsten Massensterben“. Die Szene stammt aus Wolfgang Staudtes „Die Mörder sind unter uns“, dem ersten deutschen Spielfilm der Nachkriegszeit. Das Atemholen währt nun schon 80 Jahre lang, was unschätzbar wertvoll ist. Seither blieb Europa vom Krieg verschont, die Balkankriege und mehrere bewaffnete Konflikte wie im spanischen Baskenland und in Nordirland ausgenommen – bis durch den russischen Überfall auf die Ukraine seit dem 24. Februar 2022 der Krieg nach Europa zurückkehrte.

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