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Armand Clesse über das kopflose Europa – Kurzsichtigkeit, Verblendung, Asthenie

Der Ukraine-Konflikt deckt schonungslos die europäischen Unzulänglichkeiten und Schwächen auf. Europa wirkt politisch und mental wie gelähmt. Außer Waffenlieferungen und Sanktionspaketen fällt den Europäern nichts ein. Die diplomatische Initiative überlässt man den USA. Man begleitet den Schützling Selenskyj ins Weiße Haus, um ihn vor allzu großem Ungemach zu bewahren. Die sieben europäischen Zwerge brav im Halbkreis um den amerikanischen Riesen, ihren Hegemon, versammelt. Was könnte besser die Machtverhältnisse im Atlantischen Bündnis symbolisieren?

Armand Clesse über das kopflose Europa – Kurzsichtigkeit, Verblendung, Asthenie

Archivfoto: Sergei Supinsky/AFP

Die Geschichte der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik ist eine Geschichte der Versäumnisse, der Kleinmütigkeit, der Halbherzigkeit, der Unentschlossenheit, der Widersprüche. Ein grundlegender Fehler mag gewesen sein, dass man, spätestens seit Gorbatschow, Russland, aus Unbedachtheit oder willentlich, einen Platz in Europa verweigerte. Der damalige russische Präsident entwarf Konzepte wie vor allem das eines „gemeinsamen Hauses Europa“. Seine Vorschläge wurden wohlwollend aufgenommen, doch niemand dachte ernsthaft daran, sie auch politisch umzusetzen.

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