Kino
Zwischen Sensibilisierung und Stigma: Die Psychopathologie des Jokers
„Joker – Folie à deux“, Fortsetzung von Todd Phillips’ Psychothriller „Joker“ von 2019, feiert diese Woche Kinopremiere. Mentale Erkrankungen spielen damals wie heute eine zentrale Rolle in dem Film. Wie gelingt das?
Lady Gaga und Joaquin Phoenix in „Joker – Folie à deux“ Quelle: imdb.com
In den rund 85 Jahren ihres Bestehens hat die Figur des Jokers zahlreiche bedeutsame Interpretationsänderungen zwischen den Mächten des Guten und des Bösen durchlaufen. Todd Phillips’ „Joker“ (2019), dessen Fortsetzung „Joker – Folie à deux“ diese Woche in den Kinos anlief, markiert dabei einen wichtigen Moment: Wegen der Darbietung der psychischen Erkrankungen des Jokers wurde Philipps’ Film von 2019 von Kritikern und Zuschauern sehr gelobt. Viele nahmen die Inszenierung von Einsamkeit, Stigmatisierung und vom Kampf gegen psychische Erkrankungen als sensibilisierend wahr. Die pseudobulbäre Affektstörung, die Joaquin Phoenix als Arthur Fleck aufweist und sich in seinen unkontrollierten Lachausbrüchen manifestiert, wurde durch diesen Film nämlich einem breiten Publikum bekannt. Allerdings gab es auch kritische Stimmen, die befürchteten, dass der Film Stereotype über psychische Erkrankungen verstärken könnte.