Alain spannt den Bogen

Zwischen Bravour und Kontroverse: Isabelle Faust gefeiert, Karajan-Buch hinterfragt

Die Violinistin Isabelle Faust ist nicht nur ein fester Garant für erstklassige Interpretationen, sondern auch, wie es dieses Programm zeigt, für außergewöhnliche und interessante Projekte. Dieses Mal stand Mozart im Mittelpunkt des Konzerts in der Philharmonie. Über das Konzert – und eine kurze Buchkritik zu Herbert von Karajan.

Die Violinistin Isabelle Faust

Die Violinistin Isabelle Faust Foto: Marco Borggreve

Zusammen mit dem Pianoforte-Spezialisten Kristian Bezuidenhout begann die Violinistin Isabelle Faust das Programm erst einmal mit der Ouvertüre „Olympie“ von Joseph Martin Kraus. Kraus wurde im gleichen Jahr wie Mozart, 1756, geboren und starb knapp ein Jahr nach diesem im Dezember 1792. Er kannte und schätzte die Musik von Mozart und obwohl sich beide zur gleichen Zeit in Wien aufhielten, kam es nie zu einer (dokumentierten) Begegnung. Kraus ist ein wunderbarer, leider heute fast vergessener Komponist und die Ouvertüre „Olympie“ ist zwar ein gelungenes Stück, zeigt aber nicht das Genie des Komponisten, das in seinen Symphonien und Konzerten weitaus deutlicher zur Geltung kommt. Schade, hier und heute wäre die Gelegenheit gewesen, das einzige Violinkonzert von Kraus anstatt des bekannteren Mozart-Werkes aufzuführen.

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